Impfkampagne der HTW Berlin

Rund 40 Impfungen in dieser Woche bilden den Auftakt zur Impfkampagne der HTW Berlin gegen das Coronavirus. Los ging es für die ersten Beschäftigten über 60 am 11. Mai. Wie es dazu kam und wohin der Weg geht, erklären Dr. Hanns Iblher (HI) von der Familienpraxis Karlshorst und HTW-Präsident Prof. Dr. Carsten Busch (CB) im Gespräch.

Herr Dr. Iblher, Sie führen die Impfkampagne für die Mitglieder der HTW Berlin durch. Wie kam es zu dieser Zusammenarbeit?

HI: Anfang März erhielt ich von Herrn Professor Busch eine Anfrage, ob wir in der Lage seien, die Hochschule bei der Durchführung von Coronaimpfungen der HTW-Mitarbeiter_innen zu unterstützen. Da der Campus Treskowallee genauso wie unsere Praxis in Karlshorst liegt, habe ich hier gerne eine Unterstützung zugesagt.

Wie ist die Strategie der Hochschulleitung beim Thema Impfen?

CB: Die Hochschulleitung hat das Ziel, dass möglichst viele HTW-Angehörige möglichst zügig geimpft werden. Wir haben jedoch kein eigenes medizinisches Personal, das impfen könnte. Also kooperieren wir mit Profis wie Dr. Iblher aus der Nachbarschaft. Wir sind sehr dankbar, dass dadurch Impfangebote für HTW-Mitglieder erleichtert werden. Die Grundsätze sind sehr einfach: Wir drängeln uns nicht vor, wir machen keine eigenen Impfregeln, sondern wir unterstützen die Beschäftigten beim Zugang zu einem Impfangebot – immer nach Maßgabe vorhandener Impfmengen und vorgegebener Impfprioritäten. Den Rest müssen Beschäftigte und Ärzt_innen miteinander regeln.

Wie läuft die Impfung ab? Welcher Impfstoff wird verwendet?

HI: Im Vorfeld erhalten die Patient_innen einen Aufklärungs- und Einwilligungsbogen. Die Impfungen werden dann in unseren Praxisräumen durchgeführt. Hier erfolgt zunächst die administrative Erfassung bzw. Komplettierung der Daten. Fragen vor der Impfung können und werden mit einem Arzt besprochen. Bestehen keine Kontraindikationen, wird die Impfung durchgeführt. Im Anschluss werden die Geimpften noch nachüberwacht. Dazu ist vor der Praxis ein Zelt aufgebaut. Mittlerweile haben wir mehrere Hundert Impfungen durchgeführt und konnten praxisinterne Abläufe optimieren. Wir verimpfen den Impfstoff Comirnaty der Firma Biontech.

Wie erhalten die Hochschulbeschäftigten einen Impftermin?

CB: Anfang Mai haben alle Beschäftigten Informationen erhalten und konnten ihr Interesse an einer Impfung anmelden. Sobald Impfslots zur Verfügung stehen, informiert die Hochschule Interessierte per E-Mail. Diese Mail enthält die erforderlichen Informationen und Formulare und den Link auf die Terminvereinbarungs-App doctolib. Also: Wenn Sie eine solche Benachrichtigung kriegen, einfach klicken und tun, was zu tun ist.

Wie viele Beschäftigte können Sie aktuell pro Woche impfen? Wie wird sich die Impfstoffverfügbarkeit Ihrer Einschätzung nach entwickeln?

HI: Die Impfstoffverfügbarkeit bleibt weiterhin eine Herausforderung. Hier arbeiten wir eng mit unserer Apotheke zusammen und müssen jede Woche nach verfügbaren Impfdosen planen. Diese Woche beginnen wir, die ersten 40 Mitarbeiter_innen der HTW Berlin zu impfen. Bezüglich der Impfstoffverfügbarkeit bin ich optimistisch, dass über die Zeit immer mehr mRNA-Covid-19-Impfstoffdosen zur Verfügung stehen werden.

Wie nehmen Sie die Impfbereitschaft der Hochschulmitglieder wahr?

CB: Unser erster Aufruf Anfang Mai hatte überwältigende Resonanz bei den Beschäftigten. Ich rechne damit, dass wir eine sehr hohe Quote an Impfungen erreichen werden – zumal ja viele sich auch privat um Impfungen bemühen. Unser limitierender Faktor ist nicht die Bereitschaft, sondern die verfügbare Menge an Impfstoff.

Hochschulbeschäftigte zählen nun neu auch zur Kategorie 3. Wie entscheiden Sie, wer innerhalb dieser Kategorie zuerst geimpft werden sollte?

HI: In unseren Abläufen halten wir uns an die Priorisierungsvorgaben der Coronavirus–Impfverordnung. Die Herausforderung bleiben die noch nicht ausreichend verfügbaren Impfstoffdosen. Wir stehen im engen Austausch mit den Verantwortlichen der HTW Berlin. Hier möchte ich mich ausdrücklich für den freundlichen und konstruktiven Kontakt bedanken.

Die Impfkampagne ist zunächst mit den Beschäftigten über 60 gestartet. Wird es auch ein Impfangebot für Studierende geben und wenn ja, wann könnte das starten?

CB: Bei der Impfreihenfolge sind wir alle an die Vorgaben des Bundes und des Landes gebunden. Solange hier Über-60-Jährige und bestimmte Personengruppen Vorrang haben, werden sie auch bei uns bevorzugt berücksichtigt. Sobald die Prioritäten geöffnet werden und genügend Impfstoff verfügbar ist, kann dieser zunächst eher schmale Bach zu einem breiten Fluss werden. Unser Ziel ist, ab dem frühestmöglichen Zeitpunkt mitzuschwimmen und dann immer schön beschleunigen. Das heißt auch, dass wir versuchen werden, ein Impfangebot für Studierende zu unterstützen. Ich bin zuversichtlich, dass dies im Juni beginnen kann. Wir werden informieren, sobald die Bedingungen klarwerden. Es mag ehrgeizig sein, aber ich möchte, dass wir in das Wintersemester mit einer Art „Herden-Immunität der HTW-Mitglieder“ starten können. Also mehr als zwei Drittel Geimpfte. Ich bitte alle Beschäftigten, alle Lehrenden, alle Forschenden, alle Studierenden: Machen Sie mit!