Die erste e-Klausur im mobilen Prüfungslabor

Die Tür geht auf, etwa 20 Studierende verlassen den Seminarraum A 124, alle sind erleichtert, die Klausur „Geschäftsprozesse und Betriebliche Anwendungen“ hinter sich zu haben. Kein ungewöhnliches Ereignis am Ende eines Semesters.

Der kleine, aber feine Unterschied: Das 2. Semester des Bachelor-Studiengangs Wirtschaftsinformatik absolvierte am Montag, 22. Januar 2018, die erste e-Klausur in einem mobilen Prüfungsraum. Alles klappte reibungslos, freuen sich Laboringenieur Thomas Groß, Prof. Dr. Birte Malzahn und Sebastian Homer, Mitarbeiter im Hochschulrechenzentrum (von links nach rechts), über die erfolgreiche Premiere.

Die Idee, bei e-Klausuren eine mobile Infrastruktur zum Einsatz zu bringen, beschäftigt den Studiengang Wirtschaftsinformatik und dort vor allem Prof. Dr. Ingo Claßen und Thomas Groß schon länger. Denn bislang setzt die Zahl von 20 Rechnerarbeitsplätzen in den HTW-Computerlaboren den e-Klausuren eine enge Grenze. Müssen 40 oder gar 80 Studierende eine Prüfung schreiben – und das kommt in Bachelorstudiengängen häufig vor -, wird es eng.

Das mobile Prüfungslabor könnte die Lösung des Problems sein. Für die jetzige Premiere war der Aufwand noch relativ groß. Das technische Equipment - 40 Bildschirme mitsamt Rechner und Kabel - musste erst einmal zusammengetragen, anschließend für die Klausur antransportiert sowie auf- und wieder abgebaut werden. Doch das könnte sich auch ändern. „Unsere Vision ist es, das Audimax in der Prüfungszeit zu einem mobilen Prüfungslabor umzubauen und dort zahlreiche e-Klausuren abzuhalten“, wirft Prof. Dr. Malzahn einen Blick in die Zukunft. Alle Beteiligten erörtern das Thema regelmäßig auch mit der Vizepräsidentin für Lehre, Prof. Dr.-Ing. Birgit Müller.

Gute Argumente für e-Klausuren gibt es übrigens viele. Digitale Abgaben sind anders als Papierstapel lange verfügbar, Antworten mühelos lesbar, die Auswertung nimmt weniger Zeit in Anspruch, da ein Teil der Fragen automatisch korrigiert werden kann. Selbst die Qualität der Antworten auf Freitextfragen ist höher, weiß Sebastian Homer zu berichten, der sich schon seit Jahren mit e-Klausuren beschäftigt. Denn Studierende könnten durch das einfache Verschieben, Streichen und Umformulieren von Textpassagen bessere Texte abliefern. Für Prof. Dr. Malzahn selbst war nicht zuletzt die Nachhaltigkeit ausschlaggebend, weil sie nunmehr deutlich weniger Papier verbrauchen und wegwerfen muss. 

Eines wird sich allerdings auch in Zukunft nicht ändern: auch e-Klausuren können nicht in der heimischen Küche, sondern müssen in den Räumen der Hochschule geschrieben werden; nach einer Kontrolle der Studierendenausweise. Denn sonst könnte auch die schlaue Kommilitonin die Fragen beantworten…