Ein sicheres Gefühl auf dem Campus

Ein abgelegener Parkplatz, dunkle Ecken und Durchgänge, rücksichtsloses Verhalten in einem offenen Seminarraum: Es sind Situationen und Gegebenheiten wie diese, von denen die Teilnehmerinnen der Frauenversammlung an der HTW Berlin berichten, in denen sie sich weniger sicher fühlen. „Die Sicherheit auf dem Campus ist an der HTW Berlin kein größeres Problem als andernorts, aber das Thema ist präsent“, sagt die Frauenbeauftragte Dr. Sünne-Maria Andresen. „Immer wieder tragen Studierende und Mitarbeiterinnen einzelne Fälle an mich heran oder kontaktieren mich mit Fragen.“

Bei der jüngsten Frauenversammlung an der Hochschule gingen die Mitarbeiterinnen des Referats Frauenförderung und Gleichstellung das Thema konstruktiv an. Etwa 50 Teilnehmerinnen entwickelten in Kleingruppen Antworten auf die Frage: Wie sieht ein sicherer Campus der HTW Berlin im Jahr 2025 aus? Auf Plänen der beiden Standorte zeichneten Studentinnen und Mitarbeiterinnen ein, was sich wo verbessern sollte. Den schlecht einsehbaren Parkplatz hinter den Flachbauten auf dem Campus Treskowallee könnte beispielsweise das Sicherheitspersonal mit Video-Kameras überwachen. Die Telefone auf dem Campus Wilhelminenhof könnten eine automatisch voreingestellte Schnellwahl zum Wachschutz erhalten, wie es in der Treskowallee bereits üblich ist.

Mitarbeiterinnen und Studentinnen wünschen sich Verbesserungen der Umgebung, beispielweise durch mehr Beleuchtung. Darüber, wie weit einzelne Maßnahmen gehen sollten, wurde kontrovers diskutiert: Einige plädieren für mehr Kameraüberwachung, während sich andere dagegen aussprechen. Auch die Frage, ob der Zugang in einige oder alle Gebäude ab einer bestimmten Uhrzeit nur noch für bestimmte Personen möglich sein soll, sodass externe Besucher_innen sich anmelden müssen, war umstritten. Einig waren sich die Teilnehmenden der Frauenversammlung vor allem bei sozialen Lösungen, die das Sicherheitsgefühl erhöhen. Dazu gehörte zum Beispiel die Idee, dass sich Beschäftigte in Randzeiten auf einer Etage zusammenfinden, damit sie sich nicht allein in großen Gebäudeteile aufhalten. Viele Mitarbeiterinnen und Studentinnen möchten ihr Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten für den Extremfall stärken, zum Beispiel durch kompakte Selbstverteidigungskurse.

„Wir nehmen alle Vorschläge und Wünsche mit ins Referat Frauenförderung und Gleichstellung“, sagt Melanie Ebenfeld, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Projekt „Gender in die Lehre“. „Das Feedback ist wichtig für uns.“ Einige Projekte sollen definitiv umgesetzt werden: Eine Webseite, die Informationen zu Sicherheit auf dem Campus bündelt, wie zum Beispiel Ansprechpartner_innen in Belästigungsfällen. Der Aufkleber, der in allen Frauentoiletten zu finden ist und auf dem eine Notfall-Telefonnummer steht, soll noch erweitert werden. Über die Fortschritte dieser und aller weiteren Maßnahmen, die in der Frauenversammlung zur Sprache kamen, wird die Frauenbeauftragte Sünne Andresen bei der nächsten Versammlung berichten.