Gender & Diversity in der Lehre

Wie lässt sich an der HTW Berlin Chancengleichheit in der Lehre fördern? Bei der Veranstaltung "Gender & Diversity in der Lehre — Good Practice an der HTW Berlin" im November haben Lehrende gute Beispiele dafür präsentiert, wie sie Gender- und Diversity-Aspekte in ihrem Unterricht berücksichtigen.

Gemischte Gruppen
Die Studentinnen protokollieren, die Studenten dagegen präsentieren die Ergebnisse. So sieht die Rollenverteilung bei Gruppenarbeiten häufig aus. Solche Stereotype lassen sich aufbrechen, indem die Gruppen bewusst gemischt, mitunter auch ausgelost werden, die Studierenden dazu animiert werden, die Aufgaben ausgeglichener zu verteilen und Frauen explizit dazu ermuntert werden, die Ergebnisse zu präsentieren. So verfährt bspw. Prof. Dr. Anna Riedel (Fachbereich 3) in ihren Lehrveranstaltungen.

Bewusste Auseinandersetzung mit Rollenstereotypen
Prof. Birgit Weller (Industrial Design) lässt ihre Studierenden sich mit den „rosa und blauen Produkt-Welten“ beschäftigen, um sie für Klischees zu sensibilisieren und ihr eigenes Verhalten zu hinterfragen. Die Reflektion von Rollen und der eigenen Wahrnehmung ist nicht nur ein Thema für Studierende, sondern auch für Lehrende. So anonymisiert Prof. Dr. Romy Morana (Umweltinformatik) Klausuren, um persönliche Einschätzungen und Vorurteile aus der Bewertung von Prüfungsleistungen rauszuhalten.

Gendersensible Lernumgebungen
Im Studiengang Game Design werden die Räume derzeit vielfaltssensibel gestaltet: Es gibt keine klassische Raumaufteilung für Frontalunterricht, das Mobiliar ist beweglich, damit Studierende in verschiedenen Konstellationen arbeiten können. Die Konzeption und Planung übernimmt Prof. Susanne Brandhorst. Das sog. DE:HIVE wird im nächsten Jahr eröffnet. Auch im Frauenstudiengang Informatik und Wirtschaft wird explizit auf eine diskriminierungsfreie Lernumgebung geachtet. Es gibt Angebote zum Konfliktmanagement und zur Familienfreundlichkeit, so Prof. Dr. Jörn Freiheit.

Praxisnahe Beispiele in der Lehre
Prof. Dr. Camille Logeay (Fachbereich 3) baut Gender-Themen konkret in ihre Lehre ein. Sie zeigt den Studierenden anhand der Kategorie "Geschlecht", wie sich Gehaltsunterschiede entwickeln und vermittelt mithilfe von statistischen Kennzahlen, wie sich die Geschlechterverhältnisse auf die Arbeitswelt aufwirken. Auch Prof. Dr. Jochen Prümper bringt empirische Ergebnisse aus seinen Forschungsprojekten, in denen er sich mit "Vielfalt in Betrieb und Verwaltung" beschäftigt, in seinen Unterricht ein.

Wer Unterstützung bei der Thematisierung von Gender & Diversity sucht, kann sich an Melanie Ebenfeld und Dr. Jette Hausotter vom Projekt "Gender in die Lehre" wenden. Die beiden bieten z.B. an, Lehrende im Seminar zu besuchen und gemeinsam mit im Co-Teaching eine Sitzung zu Gender & Diversity zu bestreiten.