Studentisch organisierte Lehre

In diesem Semester hat die Hochschule das neue Lehrformat "Transform it! Studentisch organisierte Lehre an der HTW Berlin" eingeführt. Als Pilotprojekt wurde die Ringvorlesung „Transform it! -Gesellschaft weiterdenken“ zur sozial-ökologischen Transformation umgesetzt. Die Idee stammt von Studierenden Vincent, Nis und Jonas. Die drei berichten hier von ihren Erfahrungen.

Was hat euch an dem Projekt gereizt?
Vincent: Lehre für Studierende zu gestalten, hörte sich nach einem spannenden Projekt an. Der Ausblick, miteinander zu lernen und für die Studierenden Verantwortung zu übernehmen, war ein großer Anreiz.
Mit welchen Inhalten beschäftigt sich die Ringvorlesung?

Nis: Das Leitthema der sozial- ökologischen Transformation haben wir in drei Bereiche aufgeteilt: Umweltaktivismus (individuell und als Kollektiv), Gesellschafts-/ Wirtschaftstransformation und Green Economy.

Jonas: In unserem Konzept haben wir uns entschieden, die Veranstaltungen des Hauses der Transformation (HdT)  einzubauen. Das hat sehr gut funktioniert. Die Umweltpsychologin Dr. Katharina Bayerl, Zukunftsforscher Harald Welzer und Genderexpertin Ulrike Röhr haben thematisch und inhaltlich perfekt in die ersten beiden Themen gepasst. Jeweils ergänzt durch zwei weitere Veranstaltungen von uns ergab das bisher einen spannenden Kurs.

Wie schwierig ist es zu unterrichten, wenn man selbst noch studiert?
Vincent: Die Studierenden sind in unserem Fall sehr selbstständig und beteiligen sich aktiv im Kurs. Es ist eine Freude, mit ihnen zu arbeiten.

Jonas: Dem kann ich nur zustimmen. Außerdem suchen wir uns für den Input ja weiterhin Externe, also Profs oder Aktivist_innen. Neben uns sind nun etwa 15 weitere Studierende aktiv. Bei den Vorträgen sind wir zwischen 20 und 25 Personen.

Was hat euch bisher am meisten Spaß gemacht?
Nis: Am besten haben mir die Aufgaben zur Moderation gefallen, vor allem bei den Diskussionen innerhalb des Kurses. Hier habe ich auch am meisten gelernt.

Vincent: Am meisten Spaß macht mir das Zuhören bei den Vorträgen der Referent_innen und das neue Wissen zu akkumulieren.

Jonas: Für mich ist es extrem interessant zu überlegen, wie die Veranstaltung ablaufen soll, vom Großen bis ins Kleine. Wenn eine Veranstaltung dann spannend ist und gut zu dem passt, was wir uns überlegt haben, ist das klasse!

Was lief nicht so gut?
Jonas: Organisatorisch mussten wir vieles erst herausfinden. Das war für den Testlauf der studentisch organisierten Lehre ja zu erwarten. Durch den verspäteten Semesterstart und die verlängerte Belegfrist hatten wir allerdings Glück und der Kurs konnte noch gelingen.

Findet ihr euer Projekt insgesamt gelungen?
Vincent: Definitiv! Die Studierenden haben uns sehr tolles Feedback gegeben, unsere Referent_innen sind Profis in ihrem Fach und begeistern jedes Mal aufs Neue. Auch die Diskussionen unter den Studis läuft sehr gut, ich bin selbst erstaunt.

Jonas: Ich finde es großartig, dass wir als Studierende die Chance bekommen, etwas auf die Beine zu stellen. Wir haben über die letzten Monate ein funktionierendes Konzept entwickelt. Wir haben gelernt, wie man eine Veranstaltung leitet und den roten Faden immer weiterspinnt. Und wir sind mit immer neuem Input in dieses riesige Thema der Gesellschaftstransformation eingetaucht.

Übrigens: Wer im Rahmen von Transform it! im Sommersemester 2021 einen eigenen Kurs gestalten möchte, der kann sich bis Mitte Februar bewerben.