Von der Idee zum Start-up

In den nächsten drei Jahren stehen der HTW Berlin zusätzlich 400.000 Euro für die Gründungsförderung zur Verfügung — die Gelder stammen je zur Hälfte aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF) und aus Eigenmitteln der Hochschule. Was genau hat das Startup-Kompetenzzentrum damit vor?

„Wir werden bewährte Angebote fortführen und neue Formate schaffen, die Studierenden, Alumni und wissenschaftlichen Beschäftigten den Schritt in die berufliche Selbstständigkeit näherbringen“, sagt Dr. Angela Höhle, Leiterin des Startup-Kompetenzzentrums an der HTW Berlin. Dazu geht das Team auch direkt in die Studiengänge und Forschungsprojekte — auf der Suche nach Gründungstalenten und mit Angeboten zur Lehr- und Gründungsunterstützung. Methoden wie Future Foresight, Geschäftsmodellierung und Prototyping helfen dabei, damit aus guten Einfällen technisch umsetzbare und wirtschaftlich tragfähige Produkte und Dienstleistungen werden.

Zum Portfolio gehören Workshops zum Crowdfunding und Pitch-Training, individuelle Gründungsberatung und Angebote für Frauen, weil Frauen generell weniger gründen als Männer. An innovative Projekte werden sogar Stipendien zur Anschubfinanzierung vergeben. Außerdem gibt es — übrigens deutschlandweit einmalig — die bewährte vierwöchige Startup-Sommeruni . Dort werden im August und September praxisorientierte BWL-Basics und Soft Skills vermittelt — mit anschließendem Intensiv-Coaching.

Während des gesamten Gründungsprozesses bietet das Startup-Kompetenzzentrum Hilfestellung. Das fängt bei der Ideenfindung, Marktforschung und Teambildung an und reicht von der Produktentwicklung über die Finanzierung bis zum Controlling, damit aus einem jungen Start-up ein auf dem Markt etabliertes Unternehmen werden kann.

Auf die Frage, wer ihr von den Gründer_innen bisher am deutlichsten in Erinnerung geblieben ist, antwortet Angela Höhle: „Natürlich haben alle Gründerteams ihre ganz eigene Geschichte. Aber als Erstes fällt mir die Quentic GmbH mit ihrer Software für Arbeitsschutz, Umweltmanagement und Nachhaltigkeit ein. Die drei Studenten, heute Geschäftsführer, gehörten zu meinen ersten erfolgreichen ‚Kunden‘ an der HTW Berlin. Ihre Firma hat inzwischen Niederlassungen im deutschsprachigen Raum, Dänemark, Finnland, den Niederlanden und sogar in den USA.“

Wer würde es mit seiner Geschäftsidee nicht gern auch soweit bringen? Aber selbst wenn man feststellt, dass die Selbstständigkeit nicht ins eigene Lebenskonzept passt, kann man in den Workshops und Trainings des Startup-Kompetenzzentrums unternehmerisches Denken und Handeln lernen. Wer weiß, wie man selbstverantwortlich arbeitet und eigene Ideen entwickelt, hat später gute Chancen, als Führungskraft in einem Start-up, mittelständischen Unternehmen oder Konzern Karriere zu machen.