Wie lebt es sich in Berlin im Jahr 2030?

"Spree Talk" heißt eine neue Veranstaltungsreihe der HTW Berlin, bei der über den Wandel des Bezirks Schöneweide diskutiert wird. Zum Auftakt wird am Donnerstag, 27. Februar, darüber debattiert, wie es sich in Berlin im Jahr 2030 lebt. Wir sprachen mit Prof. Dr.-Ing. Regina Zeitner, die mit ihrem Impulsvortrag „Wie Megatrends unsere Städte verändern“ in die Diskussion einführen wird. Die Expertin für Immobilienwirtschaft lehrt und forscht seit 2005 im Studiengang Facility Management.

Welche Megatrends sind wichtig?
Beim „Spree Talk“ möchte ich drei Megatrends in den Fokus der Aufmerksamkeit rücken: Erstens die Urbanisierung, sprich: die seit Jahrzehnten zu beobachtende Landflucht und die daraus folgende Verdichtung in den Städten. Zweitens die sogenannte Neo-Ökologie, die im weitesten Sinn den sich verändernden Umgang mit Ressourcen beschreibt. Drittens das Thema Mobilität: Unser Bedarf an Mobilität wird weiter wachsen, doch wir werden diesen Bedarf immer flexibler befriedigen müssen.

Sind diese Megatrends auch für Berlin bedeutsam?
Selbstverständlich sind sie das. Berlin befindet sich im Vergleich zu manch anderen Metropolen noch in einer recht komfortablen Situation. Das Klima ist gemäßigt, die Sicherheitslage gut, ein gewisser Wohlstand ist vorhanden. Wir haben also eine wunderbare Basis den Megatrends offensiv zu begegnen – aber es passiert zu wenig.

Wie meinen Sie das?
Kennen Sie ein Berliner Leuchtturmprojekt, das realisiert wurde? Ich nicht, im Vergleich zu vielen anderen Städten wie Rotterdam, Paris oder New York, auf die ich in meinem Vortrag auch eingehen werde. In Berlin wird viel diskutiert und wenig verwirklicht. Die Radbahn unter der U-Bahn-Linie U1 und das Flussbad Berlin sind nur zwei Beispiele dafür, wie innovative Ideen in unterschiedlicher Form ausgebremst wurden. Ja, es gibt den Park am Gleisdreieck und der ist auch gelungen. Aber grundsätzlich mangelt es einfach an Mut. Dabei gibt es so viele Möglichkeiten!

Initiatorin und Gastgeberin des „Spree Talk“ ist Prof. Dr. Stefanie Molthagen-Schnöring, die Vizepräsidentin für Forschung und Transfer der HTW Berlin. Am 27. Februar sind diese Gäste dabei:

  • Oliver Igel, Bezirksbürgermeister von Treptow-Köpenick,
  • Dr. Benjamin Seibel, Leiter des CityLAB Berlin,
  • Prof. Dr.-Ing. Regina Zeitner, HTW Berlin, Studiengang Facility Management,
  • Prof. Dr. Florian Koch, HTW Berlin, Studiengang Immobilienwirtschaft

Die Veranstaltung ist offen für alle Interessierten. Der Eintritt ist frei, die Platzzahl allerdings begrenzt, weshalb um elektronische Anmeldung unter spree-talk@htw-berlin.de bis zum 15. Februar 2020 gebeten wird.

Spree Talk an der HTW Berlin, Donnerstag, 27. Februar 2020, 18.00 bis 20.00 Uhr
Campus Wilhelminenhof, Wilhelminenhofstr. 75A, Gebäude H, Raum H001
Weitere Infos auf der Veranstaltungswebseite

Weitere „Spree Talks“ werden im Laufe des Jahres folgen, unter anderem zu den Themen Bauen, Mobilität, Verkehr und Gesundheit.