Wie realistisch sind nachkolorierte Kriegsbilder?

Wie werden historische, schwarzweisse Filmaufnahmen koloriert - wie unlängst bei weitem nicht zum ersten Male für die ARD-Dokumentation 24 H D-DAY geschehen? Diese Fragen diskutierte Thoralf Cleven vom RedaktionsNetzwerk Deutschland mit verschiedenen Expert*innen, darunter dem Filmrestaurierungs-Spezialisten Prof. Dr. Ulrich Rüdel von der HTW. Schon seit Jahren setzt sich Professor Rüdel, gemeinsam mit der Filmwissenschaftlerin Prof. Dr. F. Heller (Digitale Medienkulturen, Universität Halle) mit dem Thema auseinander, das auf die ersten, hochkontroversen elektronischen Kolorierungen historischer Hollywood-Filme in den 1980ern zurückgeht. 2019, aus Anlass des Peter-Jackson-Filmes THEY SHALL NOT GROW OLD, noch vor dem inflationären Gebrauch von KI zur Veränderung historischer Bewegtbilder durch dieses historisch keinesfalls authentische "Malen nach Zahlen" (Rüdel), schlussfolgerten und postulierten die beiden Wissenschaftler: "An dieser Stelle ein absolutes "Richtig" oder "Falsch" anzusetzen, geht an Phänomenen der (digitalen) Medienkultur vorbei [...] Hier gilt es allerdings, einen äußerst kritischen und (historisch) medienkompetenten Blick zu entwickeln: Welche Effekte die neuen Gebrauchsformen zeitigen – und vor allem: wie sie in der Erinnerungskultur eingesetzt werden."

D‑Day in Farbe – wie realistisch sind nachkolorierte Kriegsbilder?
Thoralf Cleven, RedaktionsNetzwerk Deutschland
https://www.rnd.de/kultur/ard-doku-zum-d-day-in-farbe-warum-werden-schwarz-weiss-aufnahmen-koloriert-A2BK7LAJPFC3DLVBMBSRR6KDUY.html [Bezahlschranke]