Wo steht welches Denkmal? Eine Webseite verrät es.

Wer schuf das in Spandau stehende Denkmal für den preußischen Soldaten Carl Klinke, der 1864 im Deutsch-Dänischen Krieg mit einem Pulversack ein Loch in die Palisadenwand gesprengt haben soll? Wie kam es zu dem Märchenbrunnen im Volkspark Friedrichshain? Und aus welchem Material ist die „Spiegelwand“ in Steglitz? Die  Webseite Bildhauerei in Berlin beantwortet diese und andere Fragen zu über 2000 Bildwerken im öffentlichen Raum von Berlin. „Wir wollen auf den reichen Schatz an Bildhauerei in der Stadt aufmerksam machen und das Erlebnis von Kunst stärken“, sagt Prof. Dr. Susanne Kähler aus dem Studiengang Museumskunde der HTW Berlin.

Die kurz BiB genannte Informationsplattform enthält mehr als 2000 frei zugängliche Bildwerke im öffentlichen Raum. Dazu zählen Plastiken, Personendenkmäler, Brunnenanlagen, mitunter auch Konzeptkunst und Wandbilder, wenn sie hinreichend große Bedeutung haben. Nicht aufgenommen wurden individuelle Grabmäler auf Friedhöfen. Diese Arbeiten hätten einen anderen inhaltlichen Zugang erfordert, erklärt Prof. Dr. Kähler. Sie hat das Projekt gemeinsam mit ihrer Kollegin Prof. Dr. Dorothee Haffner und dem wissenschaftlichen Mitarbeiter Dr. Jörg Kuhn betreut. Kooperationspartner beim Aufbau der Datenbank war der Verein für die Geschichte Berlins.

Wer auf die Webseite geht, findet auch Geodaten, Literaturhinweise und viele Bilder. Viele Einträge enthalten nicht nur Basisdaten, sondern auch umfassende Objektbeschreibungen sowie eine gut dokumentierte Objektgeschichte. Eine umfassende Zusammenarbeit mit dem Landesdenkmalamt Berlin machte dies möglich. 

Bei seiner Arbeit konnte das Team an die gleichnamige Vorgänger-Webseite anknüpfen, die 2013 aus personellen und technischen Gründen offline gehen musste. Eine Förderung der Senatsver-waltung für Kultur und Europa zur Digitalisierung von Objekten des kulturellen Erbes des Landes Berlin ermöglichte nun die Wiederbelebung.

Noch ist nicht alles flächendeckend erfasst. 2019 liegt der Schwerpunkt auf dem Bezirk Lichten-berg und den Bildwerken aus der DDR-Zeit. Erneut sind Studierende der HTW Berlin mit im Boot. Doch auch die Mithilfe der Berlinerinnen und Berliner wird gerne angenommen. Bei jedem Bildwerk gibt es ein Kommentarfeld, in das man Ergänzungen und Hinweise eintragen kann. Die Bemerkungen werden vom Projektteam sorgfältig überprüft und nach Möglichkeit eingearbeitet.