Praktikum des Monats

In unserem aktuellen Praktikum des Monats stellt sich Lennart Ullner vor, Student der BWL im 7. Semester. Lennart hat sein Praktikum bei Brot für die Welt (BfdW) absolviert und durfte hier, dank seiner Vertiefungen Rechnungswesen/Controlling, im Bereich Finanzberatung und Verfahrenssicherung der Regionalabteilung Asien und Pazifik Neues lernen und sein Können unter Beweis stellen.

Wer oder was steht hinter Brot für die Welt?

Brot für die Welt (BfdW) ist ein Hilfswerk der evangelischen Landeskirchen und Freikirchen in Deutschland. Die Organisation ist dabei sehr breit aufgestellt. Unterstützt werden mehr als 1300 Projekte in Afrika, Asien, Lateinamerika und Osteuropa und das in vielen Entwicklungshilfe-Bereichen, so zum Beispiel Ernährungssicherung, die Förderung von Bildung und Gesundheit, die Stärkung der Demokratie, die Achtung der Menschenrechte, die Gleichstellung von Mann und Frau sowie die Bewahrung der Schöpfung, also Naturschutz. Dabei ist BfdW nur einer von drei Organisationsteilen des Evangelische Werk für Diakonie und Entwicklungshilfe (EWDE), wozu auch die Diakonie Deutschland und die Diakonie Katastrophenhilfe gehören. Zusammen beschäftigt das EWDE in einem modernen Bürogebäude am Nordbahnhof in Berlin ca. 800 Mitarbeitende. Man kann dort also in sehr unterschiedlichen Bereichen und verschiedenen Tätigkeiten Erfahrungen durch Praktika sammeln.

Besonders interessant ist die Organisation für Studierende, die die Arbeit im internationalen, sowie nationalen Non-Profit-Sektor kennen lernen möchten. Die Möglichkeit Praktika zu absolvieren gibt es in so ziemlich jedem Bereich des EWDE.

Wie war Ihr Werdegang und wie bzw. warum sind Sie schließlich zu Brot für die Welt gekommen?

Mein Weg zum BWL Studium war nicht unbedingt geradlinig. Nach dem Abitur verbrachte ich mehrere Jahre an einem christlichen College in Australien. Danach jobbte ich in Deutschland während ich mich ehrenamtlich im kirchlichen Rahmen engagierte. Da mir die betriebs-organisatorischen, bzw. die Management-Tätigkeiten dabei gefielen, entschied ich mich für das BWL-Studium. Soziales Engagement und Entwicklungshilfe waren mir dabei stets ein wichtiges Anliegen und mögliches zukünftiges Arbeitsfeld. Deshalb wollte ich im Praxissemester Berufserfahrung im Non-profit-Sektor sammeln.

Da mir Brot für die Welt bereits als große evangelische Organisation für Entwicklungshilfe bekannt war und mich die Arbeit der Organisation überzeugt, suchte ich in den Stellenausschreibungen des Hauses nach Praktika mit betriebswirtschaftlichen Inhalten und wurde auch direkt fündig. Ich bewarb mich, als ich noch im Auslandsemester war und konnte mich in einem Telefoninterview vorstellen und mehr über die Stelle erfahren. Im Mai 2019 begann ich dann das Praktikum.

Social Business, Nachhaltigkeit und Entwicklungshilfe standen bei mir schon vor Beginn des BWL Studiums im Fokus. In diesem Praktikum bot sich mir nun die Gelegenheit, die Arbeit in einer großen Non-Profit-Organisation genauer kennen zu lernen. Was den genauen Aufgabenbereich angeht, war ich mir noch unsicher und suchte deshalb einfach etwas in der Richtung meiner Studienvertiefungen Rechnungswesen & Controlling.

Wie können wir uns Ihr Praktikum konkret vorstellen? Womit durften Sie sich beschäftigen?

Meine Aufgaben waren vielfältig und sehr interessant. Im Bereich Finanzberatung und Verfahrenssicherung bekam ich mit vielen verschiedenen internen Prozessen zu tun. Zu den klassischen BWL Aufgaben gehörte es beispielsweise, projektbearbeitenden Mitarbeiter_innen bei der Analyse und Bewertung von Jahresabschlüssen und Finanzberichten zu helfen. Außerdem arbeitete ich an einer Erhebung von Daten aus Management Lettern. Die gewonnenen Daten analysierte ich dahingehend, um Trainingsbedarfe bei Finanz-und Verfahrensstandards von Projektpartnern festzustellen. Im Anschluss half ich bei der Gestaltung von gezielten Trainings, um Schwächen, bspw. in der Governance, zu adressieren. Dabei wurde viel Excel und Powerpoint genutzt. Es gab aber auch wieder ganz andere Tage, an denen ich zum Beispiel an einer Konferenz mit angereisten Berater_innen aus dem asiatischen Raum teilnahm. Dadurch erhielt ich direkten Kontakt zu der Non-Profit Tätigkeit im Ausland, während ich in der Konferenz viel über Wirkungsorientierung, sowie Finanzberatung in der ausländischen Non-Profit-Arbeit lernen konnte.

Inwieweit half das im Studium Gelernte, was durften Sie neu lernen?

Ich habe auf jeden Fall gemerkt, wie wichtig die grundlegenden Fächer und insbesondere die Vertiefung Rechnungswesen für meine Tätigkeiten im Praktikum waren. Insofern habe ich mich gefreut, endlich einen vertiefenden praktischen Bezug zu dem vermittelten Wissen zu bekommen. Dieses Wissen war notwendig, um die Besonderheiten des Non-Profit-Sektors dann auch verstehen zu können.

Das Potenzial zum Lernen ist sehr groß. Denn zum einen bekommt man durch die Tätigkeiten viele Einblicke und zum anderen bekommt man auch sehr viel Material, um sich selbstständig noch weiter in interessante Themen einzuarbeiten. Ich persönlich habe bisher unter Anderem viel über internationale Rechnungslegung von Non-Profit-Organisationen gelernt, beispielsweise über die Unterschiede in der Aufstellung des Jahresabschlusses. Auch die internen Vorgänge, wie es zur Förderung von Partnerorganisationen kommt und welche Anforderungen erfüllt werden müssen, fand ich interessant. Außerdem konnte ich mir einiges Wissen über Projektmanagement aneignen und im Rahmen des Praktikums sogar das PMD Pro Project Management for Development Professionals (Level 2) ablegen. Gut fand ich auch, dass alle Mitarbeiter_innen sehr offen dafür sind einem etwas zu erklären. Für die restliche Zeit im Praktikum wurde mir auch angeboten, noch in eine andere Abteilung zu schauen, um möglichst viele verschiedene Einblicke zu bekommen.

Was hat Sie im Praktikum begeistert? Gab es besondere Highlights?

Ein besonderes Highlight fand gleich zu Beginn des Praktikums statt, als ich bei einer der jährlichen BUS Konferenzen (Beratungs- und Unterstützungsstrukturen) mithelfen durfte, bei der Berater_innen aus mehreren asiatischen Ländern zu Schulungs- und Austauschzwecken angereist waren. Es war sehr spannend, diese Berater_innen persönlich zu treffen und den Austausch über beispielsweise „sustainable capacity development of partner organisations“ direkt mitverfolgen zu können.

Was macht Brot für die Welt bzw. das Evangelische Werk für Diakonie und Entwicklungshilfe (EWDE) als Arbeitgeber aus?

Die Atmosphäre bei Brot für die Welt und generell im EWDE und das Miteinander zwischen Angestellten ist ein weiteres Highlight dieser Praktikumsstelle. Der respektvolle Umgang miteinander und das Interesse und Wohlwollen, mit dem mir durch die gesamte Praktikumszeit hin auf verschiedenen Ebenen begegnet wurde, zeichnet die Mitarbeiter_innen der Organisation aus. Gemeinsame Mittagessen gehören genauso zum Alltag, wie das gelegentliche Anstoßen für Geburtstage oder andere Anlässe.

Wann ist man als Praktikant_in am richtigen Platz, wann eher nicht?

Wichtig ist es auf jeden Fall das Interesse für Entwicklungszusammenarbeit, beziehungsweise die Arbeit in einem sozialen Hilfswerk, mitzubringen und sich mit den Werten des EWDE identifizieren zu können.

Da es aber viele Bereiche im EWDE und bei BfdW gibt, können interessierte Studierende verschiedenster Studiengänge und Vertiefungen und mit verschiedenen Fähigkeiten und Profilen hier eine sinnvolle Praktikumsstelle finden. Dabei ist es natürlich notwendig, in den Bewerbungsunterlagen anzugeben, für welche Bereiche und Tätigkeiten man sich interessiert, welche Erfahrungen man bereits mitbringt und welche Motivation man hat, für ein evangelisch orientiertes Hilfswerk arbeiten zu wollen.

Wieviel Zeit sollte man für ein Praktikum einplanen?

Idealerweise absolviert man das Praktikum beim EWDE im Praxissemester in Vollzeit und über mehrere Monate. Aber auch kürzere Formate sind definitiv möglich.

Wie kann man sich für das Praktikum bewerben?

Es lohnt sich ein Blick auf die Ausschreibungen auf der Internetseite, um aktuelle Ausschreibungen zu finden. Auf alle Fälle sind aber auch immer gern Initiativbewerbungen gesehen. Dazu ist ein Blick auf das Organigramm, ersichtlich auf der Internetseite, hilfreich. Für das von mir absolvierte Praktikum ist aktuell ebenfalls eine Initiativbewerbung sinnvoll, mit Angabe des gewünschten Zeitraums.

Ansprechpartnerin ist Sarah Keller, Assistenz der Personalleitung, die gern auch persönliche Fragen beantwortet.

E-Mail: sarah.keller@ewde.de ; Telefonnummer: +49 30 65211 1670

Ihr persönlicher Praktikumstipp für Ihre Kommiliton(inn)en, damit die Praktikumssuche ein Erfolg wird?

Ich empfehle sich nicht davor zu scheuen, sich auch persönlich bei Kontaktpersonen, die in der Stellenausschreibung stehen, zu melden. So kann man weitere Details zu der entsprechenden Stelle erfragen und diese für die Bewerbung nutzen. Auch den Kontakt zu entsprechenden Personalabteilungen zu suchen, um nach einer Möglichkeit für Initiativbewerbungen zu fragen.

 

Können Sie darüber hinaus einen persönlichen Praktikumstipp geben, damit auch das Praktikum am Ende ein Erfolg wird?

Ich finde den persönlichen Kontakt zu Mitarbeiter_innen wichtig, denn dadurch erfährt man oft auch mehr über die Werdegänge und beruflichen Hintergründe verschiedener Personen. Außerdem sollte man pro-aktiv sein und sich nicht scheuen, Vorschläge zu machen und zu fragen in verschiedene Bereiche hineinschauen zu dürfen.