Wer, wie, was ... Lehre?

Vor einiger Zeit hatten Sie die Gelegenheit, uns Ihre brennendste Frage zum Thema Hochschullehre zu stellen. Danke an alle, die dabei mitgemacht haben! Inzwischen haben die Expert*innen des Lehrenden-Service-Centers für Sie den aktuellen Forschungsstand recherchiert. Bis Semesterende finden Sie im Menüpunkt Lehre jeden Monat die Antwort auf eine Ihrer Fragen:

Wie kann ich der Vielfalt meiner Studierenden im Rahmen von Prüfungen gerecht werden?

Je nach Vorlieben und Situationen lernen Menschen unterschiedlich. Während manche umfangreiche Literaturlisten durchforsten und sich viele Bücher zu einem bestimmten Thema durchlesen, lernen andere besser, indem sie Lernkarten schreiben, Dinge selbst aktiv ausprobieren oder mit anderen Menschen ins Gespräch gehen. Die Präferenzen und Wege sich neues Wissen sowie Fähigkeiten anzueignen sind unterschiedlich und divergieren nicht nur von Person zu Person, sondern auch je nach Situation. Zu Vorlieben und Lernstilen existieren unterschiedliche Theorien und Modelle, wovon einige (z. B. Lerntypen nach Vester 1984) kritisch diskutiert werden und denen es an empirischem Fundament fehlt. Häufig rezipiert ist das Modell nach Kolb (1984), das beschreibt, wie Lernende Informationen aufnehmen und verinnerlichen. Möchten Sie mehr über das Modell sowie die unterschiedlichen Stile und Phasen des Lernprozesses erfahren, finden Sie hier eine geeignete Zusammenfassung [PDF]. Unabhängig vom Lernstil steht es außer Frage, dass Sie als Lehrperson eine Vielzahl an unterschiedlichen Menschen in unterschiedlichen Situationen vor sich sitzen haben. Hier treffen Sie auf Individuen mit unterschiedlichen Vorlieben, Interessen, Vorwissen, Zielen, Lernvoraussetzungen, Bedürfnissen sowie speziellen Situationen. Das heißt, Ihre Lerngruppe ist sehr heterogen. Und nun sollen alle das Gleiche auf die gleiche Art und Weise lernen. Geht das überhaupt?

Gehen wir davon aus, dass das Lernen ein individueller Prozess ist, so können Sie als Lehrperson den Lernprozess in unterschiedlichen Formen unterstützen. Dies können Sie erreichen, indem Sie beispielsweise geeignetes Material auswählen und aufbereiten, unterschiedliche Methoden und Aktivierungen im Rahmen der Lehrveranstaltung einbeziehen, Raum für Fragen und Feedback geben sowie eine geeignete Aufgabenvielfalt zur Erschließung des Materials und Entwicklung neuer Fähigkeiten und Fertigkeiten anbieten.  

Sie als Lehrperson können den Lernenden sowohl im Rahmen der Lehrveranstaltung, als auch in den Leistungsüberprüfungen entgegenkommen bzw. sie dahingehend unterstützen, ihre eigenen Fähigkeiten und Fertigkeiten bestmöglich einzusetzen. Besonders erstrebenswert ist eine solche Herangehensweise, wenn wir Prüfungen nicht als rein formalistischen Akt der Leistungsüberprüfung ansehen, sondern sie gleichzeitig als Lernchance für die Studierenden verstehen (Müller & Schmidt 2009). Eine gute Möglichkeit individuelle Fähigkeiten der Studierenden bei der Leistungsüberprüfung zu berücksichtigen, ist die Form der Projektarbeit oder eine Portfolio-Prüfung.

Quellen:

Häcker. T. (2011). Portfolio revisited – über Grenzen und Möglichkeiten eines viel versprechenden Konzepts. In Meyer, T., Mayrberger, K. Münte-Goussar, S., Schwabe, C. (Hrsg.). Kontrolle und Selbstkontrolle – Zur Ambivalenz von E-Portfolios in Bildungsprozessen. Wiesbaden: Springer. S. 161-183.

Keller, S. & König, F. (2017): Kompetenzorientierter Unterricht mit Portfolio. Bern: hep-Verlag.

Kolb, D. (1984). Experiential Learning: Experience as the Source of Learning and Development. New Jersey: Prentice Hall.

Müller, A. & Schmidt, B. (2009). Prüfungen als Lernchance: Sinn, Ziele und Formen von Hochschulprüfungen. In G. Reinmann (Hrsg.): ZFHE: Assessment im Hochschulunterricht, 4(1),  23-45.

Wie schafft man es, eine Lehrveranstaltung effizient vorzubereiten?

Die Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung von Lehrveranstaltungen ist eine anspruchsvolle Aufgabe und braucht Zeit – vor allem für ein durchdachtes Lehrkonzept. Leider ist Zeit in der Regel ein knappes Gut. Auf der Seite Erste Schritte in die Lehre haben wir daher ein paar Methoden für Sie zusammengestellt, mit denen Sie die Lehrveranstaltungsplanung möglichst zeiteffizient angehen können.

Wie kann die Aufmerksamkeitsspanne von Studierenden beim Lernen verlängert werden?

Lernen ohne Aufmerksamkeit ist nicht möglich. Nur wenn das Arbeitsgedächtnis aufgenommene Reize aktiv verarbeitet, können sie auch im Langzeitgedächtnis gespeichert werden. Andernfalls werden Reize, wie z.B. neue Lerninhalte, schnell ausgesiebt und ein nachhaltiger Lernerfolg ist nicht möglich. Die gute Nachricht ist: Für Sie als Lehrperson gibt es einige Stellschrauben, um die Aufmerksamkeitsspanne Ihrer Studierenden zu erhöhen und damit effektives Lernen zu fördern. Welche konkreten Möglichkeiten das sind, das erfahren Sie auf der Seite Studierende aktivieren.

Entdecken Sie den Menüpunkt "Lehre"

Lehren Sie an der HTW Berlin? Dann lohnt es sich, den neuen Menüpunkt zum Thema "Lehre" auf der Website genauer unter die Lupe zu nehmen. Hier finden Sie ein großes Portal rund um Lehrthemen, wie z. B.:

  • aktuelle News und Veranstaltungen
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