Betreiben im Bestand (BiB)

In der Bundesrepublik werden ca. 30% der Primärenergie für den Betrieb der technischen Gebäudeausrüstung aufgewendet. Der Hauptanteil entfällt auf Bestandsgebäude. Im Rahmen dieses Projektes lag der Fokus auf Sonderbauten mit variablen Nutzungsanforderungen. Dazu zählten z.B. Messehallen, Konferenzräume und Mehrzweckräume öffentlicher Einrichtungen. Bisher sind diese Sonderbauten nur wenig betrachtet worden. Eine entsprechende Anpassung der Anlagentechnik und des Betriebsprofils auf die jeweilige, zeitlich begrenzte, geänderte Nutzung erfolgte nicht. Es sind Anlagentechniken und Regelstrategien erforderlich, die jeweils energieeffizient und wirtschaftlich die zeitlich wechselnden Anforderungen in einem Raum/Gebäude erfüllen.
Konventionelle Anlagentechnik und die Regelung dieser wird bisher nur für ein Nutzungsprofil optimal eingestellt. Ein anderes Nutzungsprofil, mit stark abweichenden Betriebsanforderungen, ist bisher nicht energieeffizient und gleichzeitig wirtschaftlich umsetzbar. Bestehende Systeme, die dies berücksichtigen, sind in der Regel iterativ ermittelte Einzellösungen. Das Vorhaben entwickelte hierfür eine systematische Vorgehensweise.
Zum Abschluss des Projektes liegt eine grundsätzlich anwendbare Strategie vor, die es ermöglicht, große Hallen und Räume ressourcenschonend mit unterschiedlichen Nutzungen zu betreiben. Diese Ergebnisse sind durch die Veröffentlichungen frei zugänglich und können damit direkt in die Praxis übernommen werden. Durch die Beteiligung interdisziplinärer Projektpartner wurde sichergestellt, dass ein hoher Praxisbezug vorliegt.
Ausgewählte Liegenschaften wurden analysiert und die Nutzungsprofile aufgenommen. Typische Sonderbauten mit Sondernutzung sind Messe und Ausstellungsflächen, Nutzungs- und Betreiberkonzepte für konfessionelle Bauten sowie Mehrzweckräume in Hochschulen, Schulen oder Ausbildungsstätten. Ein Beispiel dafür sind Mehrzweckräume, die über den Tag häufig unterschiedlich genutzt werden. Diese Nutzungen sind bspw. Mensabetrieb in der Mittagszeit und in den anderen Zeiten eine Nutzung als Lern- und Arbeitsraum für Schüler, Auszubildende und Studierende, oder eine Nutzung für Versammlungen, Aufführungen und Hausmessen.
Für diese sehr unterschiedlichen Nutzungen wurde eine Strategie entwickelt, die es erlaubt, einen optimierten Betrieb der Anlagentechnik zu ermöglichen und im jeweiligen Raum ein für den Nutzer behagliches Klima zu schaffen. Mittels gebäude- und anlagentechnischer Simulation wurden Ist- und Sollzustände nachgebildet. Damit erfolgte die Überprüfung der erarbeiteten Konzepte. Die geprüften Konzepte können von den Nutzern und Projektpartnern implementiert werden.

Projektlaufzeit

1.4.2016 - 30.6.2018

Projektleitung

Projektmitarbeiter/innen

Kooperationspartner

  • Beuth Hochschule für Technik (BHT) Berlin
  • Deos Control Systems GmbH
  • Architekturbüro Woicke

Mittelgeber

Institut für angewandte Forschung Berlin (IFAF)

Förderprogramme

IFAF Förderlinien 1 und 4

Homepage

http://www.ifaf-berlin.de/projekte/bib/