Institutional Support and Internationalization Advantage (ISIA)

Der Eintritt in Emerging Markets bietet Multinationalen Unternehmen (MNU) große Wachstumschancen. Nicht nur in bestehenden, sondern auch in neuen Geschäftsfeldern. Gleichzeitig gehen mit der Realisierung dieser Marktchancen oftmals erhebliche Herausforderungen einher, da der Markteintritt und das tägliche, operative Geschäft in institutionellen und infrastrukturellen Kontexten stattfindet, die sich als schwach entwickelt oder gar unternehmensfeindlich bezeichnen lassen (Khanna & Palepu 2010).

Ein wichtiger Faktor für die Bewältigung dieser Herausforderungen liegt in der Verfügbarkeit von Herkunftslandinfrastruktur und –dienstleistungen, die bei der Internationalisierung unterstützend wirken können (OECD 2009). Obgleich im wissenschaftlichen Diskurs nationale sowie internationale Institutionen die Bedeutung der Herkunftslandinfrastruktur für den Internationalisierungserfolg von Unternehmen zunehmend in den Blick nehmen (vgl. Luo & Tung 2007, Lange & Becker-Ritterspach 2016), liegen bislang keine systematischen und detaillierten Erkenntnisse zu folgendem Fragenkomplex vor:

  • Welche konkreten staatlichen und nicht-staatlichen Institutionen (Herkunftsland-infrastruktur und –dienstleistungen) bestehen, die Unternehmen aus westlichen Industrienationen bei der Internationalisierung in Emerging Markets Hilfestellung leisten?
  • Welchen Rolle spielen unterstützende Herkunftslandinstitutionen für die Fähigkeit von MNU (insbesondere KMU) mit den Risiken und Unsicherheiten des Markteintritts in Emerging Markets umzugehen?
  • Unterscheiden sich westliche Industrienationen in ihren Ansätzen der Internationalisierungsförderung in Emerging Markets und im Erfolg dieser Ansätze?
Das Forschungsvorhaben „Institutional Support and Internationalization Advantage (ISIA)“ beabsichtigte in einer komparativen Studie zu untersuchen, ob, wie und in welchem Umfang die Unterstützung von Herkunftslandinstitutionen MNU einen Wettbewerbsvorteil beim Eintritt und der Operation in Emerging Markets verschafft. Dabei fokussierte das Projekt insbesondere den Unterstützungseffekt bei kleinen und mittleren Unternehmen (KMU). Ferner wollte sich die Studie auf zentrale Wachstumsmärkte konzentrieren, die bislang weniger im Fokus standen.

Die Studie strebte einen Vergleich der Unterstützungsinfrastruktur deutscher, britischer und US amerikanischer MNU an. Die Herkunftslandauswahl beruhte zum einen auf der Bedeutung dieser Länder als Auslandsinvestoren in Emerging Markets und zum anderen auf theoretischen Annahmen hinsichtlich ihrer Unterstützungsinfrastruktur auf Basis ihrer volkswirtschaftlichen Regulation (USA und GB gelten als liberale Marktökonomien, Deutschland gilt demgegenüber als koordinierte Marktökonomie). Die Studie sollte in zwei Phasen erfolgen: Die erste Phase war explorativ und umfasst Experteninterviews. Die zweite beinhaltete eine international vergleichende quantitative Befragung.

Projektlaufzeit

1.2.2017 - 31.1.2018

Projektleitung

Kooperationspartner

  • Dr. Knut Lange
  • Royal Holloway
  • University of London