Weiterentwicklung von Prospektionsverfahren für die archäologische Denkmalpflege (Forschungsassistenzen II)

Forschungsprojekt

Gegenstand des Vorhabens war die Anwendung hauptsächlich geophysikalischer Prospektionsmethoden, um Bodendenkmale zu lokalisieren und zu charakterisieren. Die Auswahl eines geeigneten Verfahrens, letztlich aber auch die Interpretation der Messergebnisse müssen die örtlichen geologischen wie bodenkundlichen Bedingungen berücksichtigen. Auf inhomogenem Untergrund, wie er beispielsweise in Brandenburg vielerorts anzutreffen ist, gibt es häufig Probleme.

Auf zwei slawischen Burganlagen erfolgten geoelektrische Messungen zur Lokalisierung verfüllter Verteidigungsgräben: in Friedrichsruhe (Mecklenburg-Vorpommern) sowie in Dyrotz (Brandenburg). Begonnen wurden geomagnetische Untersuchungen auf einer neolithischen oder bronzezeitlichen Kreisgrabenanlage bei Wulfersdorf in Brandenburg, die akut durch Bodenerosion gefährdet ist. Um qualitätvollere Messdaten zu erhalten wurde ein mehrkanaliges Messsystem benutzt, mit dem sich Datenfehler deutlich reduzieren lassen. Ein dreikanaliges Trägersystem wurde auf einer Verdachtsfläche unweit des bronzezeitlichen Königsgrabs von Seddin, Brandenburg, eingesetzt. Im Messbild sind zwar relevante Strukturen zu erkennen, jedoch nicht die eigentlich erwartete, zuvor im Luftbild ermittelte, komplexere Anomalie. Das gleiche Messgerät kam danach auf einer germanischen Fundstelle bei Berlin-Buch zum Einsatz.

Die Ergebnisse der Messungen in Seddin und Berlin-Buch legen eine gewisse Vorsicht bei der Interpretation von Magnetikanomalien nahe. Beide Fundplätze sind durch Inhomogenitäten im anstehenden Boden gekennzeichnet. Kleinräumige Wechsel zwischen sandigen, kiesigen und lehmigen Substraten, auch geröllhaltige Einlagerungen, teils mit magnetischen Feldsteinen, können Anomalien hervorbringen, die von denen der archäologischen Befunde kaum zu unterscheiden sind.

Ein 5-kanaliges Trägersystem mit verbesserter örtlicher Auflösung wurde auf einer bronzezeitlichen Befestigung bei Isingerode in Niedersachsen erprobt. Die Resultate waren auf dem stark mit Kiesschotter durchsetzten Boden unerwartet gut. Daraufhin wurde ein Messwagen für ein 5-kanaliges Magnetometersystem entwickelt, der die Datenqualität weiter verbessern sollte. Eine nochmalige Messung in Wulfersdorf konnte diese Erwartungen voll bestätigen.

Projektlaufzeit

01.01.2006 - 31.12.2007

Projektleitung

Projektmitarbeiter_innen

Mittelgeber

Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Frauen

Kooperationspartner

Archäologie Manufaktur GmbH

Förderprogramme

Europäischer Sozialfonds (ESF)