Einsatz von Messtechnik zur Erfassung und Überwachung von Umgebungsparametern in Museen und Sammlungen (Forschungsassistenzen V)

Die Erfassung und Überwachung von Umgebungsparametern in Museen und musealen Sammlungen stellt ein aktuelles und viel diskutiertes Thema dar, mit dem sich u.a. die Konservatoren und Restauratoren der Einrichtungen befassen. Der Erhalt von Kulturgütern erfordert insbesondere sehr konstante klimatische Bedingungen, die nur geringe Schwankungen im Tages- bzw. jahreszeitlichen Verlauf aufweisen sollten.

Zum Erfassen und Überwachen der relevanten Parameter, wie Lufttemperatur und relative Luftfeuchtigkeit kommen bisher Handmessgeräte oder Datenlogger zum Einsatz. Diese sind meist industriellen Anwendungsbereichen entlehnt, d. h. ihre Messbereiche sind nur bedingt auf die Anforderungen musealer Sammlungen ausgerichtet.

Im Rahmen des Projektes wurden neuartige Funkmesssysteme im musealen Anwendungsbereich erprobt. Die Systeme weisen eine höhere Messgenauigkeit / Messtaktung und somit eine höhere Präzision der ermittelten Daten als bisher zum Einsatz gelangende Geräte auf. Eine weitere Innovation stellt die Live-Datenübertragungstechnik dar, die es ermöglicht, dass schädigende Umgebungsbedingungen sofort von einem Expertenteam aus der Ferne oder mittels einer automatisierten Analyse identifiziert und zeitnah behoben werden können. Die Größe, Modularität und Erweiterbarkeit der Funkmesssysteme in Kombination mit einem autarken, energieminimalen Betrieb runden das Potenzial für die Anwendung im musealen Kontext ab.

Da in der Konservierung und Restaurierung neuartige, technische Anwendungen vorab auf ihre Unbedenklichkeit erprobt werden sollten, wurden die Systeme einem einjährigen Testlauf unterzogen und hierbei ihre Eignung für den speziellen Anwendungsbereich des Kulturgüterschutzes untersucht. Erst nach Abschluss und Auswertung der Messungen konnte formuliert werden, ob sich die Geräte für die Erfassung und Kontrolle der Ausstellungsbereiche in Museen und Sammlungen eignen.

Im Ergebnis stehen nach konservatorischen Anforderungen evaluierte Messgeräte, zudem liegen bereits umfangreiche Datensätze und fundierte Erfahrungen im Umgang mit den Messgeräten vor.

Das Forschungsvorhaben war Bestandteil des Qualifizierungsprojektes "Forschungsassistenzen V an der HTW Berlin" (FA V) und dank einer Förderung durch die Berliner Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Forschung aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF) möglich. Weitere Informationen unter:
www.berlin.de/esf
www.htw-berlin.de/forschung/transfer-mit-unternehmen/

Projektlaufzeit

1.6.2013 - 31.5.2015

Projektleitung

Projektmitarbeiter/innen

  • Susanne Litty

Kooperationspartner

  • Virtenio GmbH, Berlin, www.virtenio.com

Mittelgeber

Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Forschung Berlin

Förderprogramme

Europäischer Sozialfonds (ESF)