Bachelorarbeit zu E-Scooter-Unfällen
Till Krebs, Absolvent im Bachelor-Studiengang Fahrzeugtechnik an der HTW Berlin, hat für seine Bachelorarbeit den Förderpreis des Deutschen Verkehrssicherheitsrates (DVR) gewonnen. In der bundesweiten Ausschreibung belegte er den 1. Platz und überzeugte die Jury mit einer wissenschaftlich fundierten Untersuchung zum Unfallverhalten zwischen E-Scootern und Fußgänger*innen auf Gehwegen. Die Erstbetreuung der Arbeit übernahm Prof.Dr.-Ing. Darius Friedemann.
Angesichts der steigenden Unfallzahlen mit E-Scooter Beteiligung, insbesondere in deutschen Großstädten, analysierte Krebs in seiner Abschlussarbeit „Aufbau und Analyse von numerischen Crashsimulationen von Elektrokleinstfahrzeugen (E-Scooter)“ das bislang wenig erforschte Szenario von Kollisionen zwischen E-Scooter-Fahrer*innen und Fußgänger*innen auf Gehwegen. Damit schloss er eine wichtige Lücke im Bereich des Fußgängerschutzes und entwickelte konkrete Handlungsempfehlungen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit.
Mit Hilfe der Simulationssoftware MADYMO modellierte Till Krebs realistische Unfallsituationen, bei denen ein E-Scooter mit der zulässigen Höchstgeschwindigkeit von 20 km/h mit einer Fußgängerin kollidiert – nachgestellt mit einem 50%-Dummy als Fahrer und einem 5%-Dummy als Fußgängerin. Ein 50%-Dummy repräsentiert eine Person, die bezogen auf Größe und Gewicht dem Median der Bevölkerung entspricht. Ein 5%-Dummy steht stellvertretend für die kleinste und leichteste Personengruppe, zu der nur 5% der weiblichen Bevölkerung zählen.
Die Simulationen zeigten, dass Unfälle auf Gehwegen bei Höchstgeschwindigkeit für beide Beteiligten erhebliche Risiken bergen. Besonders gefährdet sind Kopf und Nacken des E-Scooter-Fahrers. Für die ungeschützte Fußgängerin sind Verletzungen an Kopf und Extremitäten sehr wahrscheinlich. Eine zentrale Empfehlung lautet daher: die Reduzierung der Höchstgeschwindigkeit, die zu weniger schweren Verletzungen führt, weil die Kollision weniger stark ausfällt und mehr Zeit für Schutzreflexe bleibt. Außerdem kann das Tragen eines Fahrradhelms das Risiko von Kopfverletzungen erheblich reduzieren.
