Praktikum des Monats

In diesem Praktikum des Monats stellte sich Emil Schoenawa vor. Emil ist Student der Angewandten Informatik und ist seit März bei AVM, angefangen mit dem Praktikum und nun als studentischer Mitarbeiter beschäftigt. Hier berichtet er über seine Erfahrungen in der Entwicklung von FRITZ!-Apps für Android-Geräte.

Wer oder was steckt hinter der AVM GmbH?

AVM ist vor allem für seine FRITZ!-Produkte bekannt. Die auf den Standards WLAN, DECT und Powerline basierenden Smart-Home-Produkte sorgen für ein intelligentes und komfortables Zuhause. Beeindruckend finde ich, dass AVM im Jahr 1986 von vier Studierenden gegründet wurde – und diese auch heute noch das Management bilden. Der Hauptsitz befindet sich in Berlin und im Unternehmen arbeiten insgesamt 700 Mitarbeiter.

Wie war Ihr bisheriger Werdegang und wie sind Sie zu AVM gekommen?

Direkt nach meinem Abitur in Bielefeld bin ich zusammen mit zwei Freunden aus meinem Physik-Leistungskurs nach Berlin gezogen, um hier an der HTW Angewandte Informatik zu studieren. Im Rahmen des Studiums habe ich mich näher auf mobile Anwendungen spezialisiert und mein Interesse an der App-Entwicklung entdeckt. Mein dreimonatiges Pflichtpraktikum absolviere ich nun seit dem 1. März bei der AVM GmbH in diesem Bereich.

Bei meiner Suche nach einem Praktikumsplatz hatte ich AVM immer im Hinterkopf, da ich selbst Produkte des Unternehmens zu Hause nutze. Als ich auf der Webseite des Unternehmens eine Ausschreibung für eine Stelle als Android-Entwickler_in entdeckte, habe ich mich für ein Praktikum in dem Bereich beworben. Nach meiner Bewerbung wurde ich zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen, bei dem ich über mich, meine bisherigen Projekte an der HTW und fachliche Themen erzählen konnte. In einem kleinen Test konnte ich dabei mein Fachwissen beweisen. Direkt im Anschluss an das Gespräch bekam ich schon die Rückmeldung, dass ich mein Praktikum bei AVM absolvieren kann. 

Warum haben Sie sich genau für dieses Unternehmen beziehungsweise dieses Praktikum mit diesen Aufgaben entschieden?

Bei Netzwerkgeräten wie Routern muss man häufig auf die billigen Lösungen des Internetanbieters setzen. Diese sind natürlich so ausgelegt, dass auch Nicht-Informatikstudierende mit ihnen zurecht kommen und dementsprechend in ihrer Funktionalität begrenzt. Mir fehlen dann viele Funktionen, um ein komplexes Heimnetz aufzubauen. Deshalb bin ich von den Produkten von AVM beeindruckt. Sie schaffen eine gute Balance, die es Laien ermöglicht, ohne Hilfe selber ein Heimnetz aufzubauen und gleichzeitig den anspruchsvollen Nutzer nicht eingrenzt. Weil mich interessiert, wie der Entwicklungsprozess aufgebaut ist, um eine solche Balance zu ermöglichen, habe ich mich bei AVM beworben. Durch meine bisherige Schwerpunktwahl im Studium bot sich für mich die Android-Entwicklung an, da ich in diesem Bereich die meiste Erfahrung durch Projekte im Studium sammeln konnte.

Wie können wir uns Ihren „Job“ als Praktikant vorstellen? Mit welchen Aufgaben dürfen Sie sich den ganzen Tag beschäftigen?

In der Android-Entwicklung geht es um die technische Konzeption, das Design und die Entwicklung von FRITZ!-Apps für Android-Geräte. Die Entwicklung wird mithilfe von Scrum mit zweiwöchigen Sprints organisiert. Aufgaben können dabei vom Beheben von Bugs über interne Aufgaben wie zum Beispiel der Analyse von Bibliotheken von Drittanbietern bis zur Entwicklung neuer Funktionalitäten reichen. Sieht eine Aufgabe sichtbare Änderungen für die Endbenutzer_innen vor, muss man, sofern das nicht bereits für die Aufgabe geschehen ist, diese Änderungen mit den User-Interface-Design-Kolleg_innen und eventuell mit dem/der Produktmanager_in absprechen. Im Rahmen von Scrum gibt es außerdem ein sogenanntes “Daily”. Das ist ein tägliches ‘Meeting’ vor der Scrum-Tafel, bei dem jede_r Entwickler_in kurz erzählt, woran er/sie arbeitet. Dies dient dem Erkennen von Problemen. Zum Abschluss eines Sprints werden implementierte Features dem Testfeld präsentiert und der Sprint wird teamintern bewertet, Verbesserungsvorschläge gesammelt und im nächsten Sprint angewandt.

Was durften Sie bis jetzt lernen?

Im Rahmen meines Praktikums kann ich lernen, wie die App-Entwicklung in der Praxis umgesetzt und organisiert wird. Dies beinhaltet das Arbeiten mit Git Flow zur Versionsverwaltung und Jenkins zum automatisierten Testen und Deployen. Außerdem werden meine bisherigen Kenntnisse in der Android-Entwicklung um hilfreiche Tipps und Tricks erweitert, mit denen sich häufig auftretende Problemstellungen zügig lösen lassen und die allgemeine Entwicklung beschleunigt wird.

Inwieweit hilft Ihnen das im Studium Gelernte jetzt im Praktikum?

Erst im Rahmen des Studiums habe ich die Möglichkeit gehabt, mich ausgiebig mit Android-Entwicklung zu beschäftigen. Vorher hatte ich nur reine Java-Kenntnisse, die zwar schon ein großer Vorteil sind, aber nicht ausreichen. Das Modul Projektmanagement hat mich auf die Entwicklung mit Scrum vorbereitet, sodass ich bei diesem Thema nicht ins komplett kalte Wasser springen musste.

Wann sitzt man als Praktikant_in auf dieser Stelle am richtigen Platz? Wann eher nicht? Womit haben Sie in Ihrer Bewerbung überzeugt? Womit punkten neue Bewerber_innen im CV?

Die Begeisterung für Android-Entwicklung bzw. allgemein ein starkes Interesse an technischen Fragestellungen und modernen Mobile-Technologien sind definitiv essentiell. In meiner Bewerbung konnte ich zudem durch meine Java-Kenntnisse und erste Erfahrungen in der Entwicklung von Android-Apps durch Studienprojekte punkten. In meinem Praktikum kann ich nun perfekt daran anknüpfen.

Der CV sollte grundsätzlich einen guten, ersten Überblick über Werdegang und Qualifikationen geben und Neugierde wecken. In einen aussagekräftigen CV gehören insbesondere Studienschwerpunkte sowie erste praktische Erfahrungen, z.B. im Rahmen von Praktika oder Studien- bzw. außeruniversitären Projekten. Ebenso sind Programmierkenntnisse relevant (in diesem Fall v.a. Java) sowie ein Hinweis darauf, wann man das Studium voraussichtlich abschließt.

Was begeistert Sie in diesem Praktikum besonders?

An diesem Praktikum gefällt mir am meisten, dass die Praktikant_innen direkt eingebunden werden. Vom ersten Tag an konnte ich an den echten Apps schreiben und verantwortungsvolle Aufgaben bearbeiten. Es gibt keine “Beschäftigungstherapie” für Praktikant_innen, also mehr oder weniger sinnlose Aufgaben. Stattdessen darf ich mich mit echten Problemstellungen befassen und meine Lösungsideen einbringen und umsetzen.

Wie würden Sie die Atmosphäre im Unternehmen beschreiben bzw. was macht die AVM GmbH als Arbeitgeber aus?

Für ein Unternehmen mit 700 Mitarbeitern ist der Umgang bei AVM sehr persönlich und locker. Jede_r wird mit Vornamen angesprochen und generell wird geduzt. Das trägt stark dazu bei, dass man sich schnell zugehörig fühlt und nimmt einem das Zögern vor Fragen. Zudem hemmt es die Zurückhaltung beim Einbringen eigener Ideen.

Wie viel Zeit sollte ich für dieses Praktikum mindestens einplanen?

Ideal ist ein Praktikumszeitraum von vier bis sechs Monaten. Die Mindestdauer sollte bei drei Monaten liegen. Ein kürzeres Praktikum ist für beide Seiten wenig sinnvoll. Oft bleiben Praktikant_innen bei AVM anschließend als Werkstudent_innen weiterbeschäftigt.

Wie kann man sich für dieses oder andere Praktika bei AVM bewerben?

Für ein Praktikum bewirbst du dich am besten online unter jobs.avm.de. Solltest du kein passendes Stellenangebot finden, schickst du eine Initiativbewerbung unter jobs.avm.de/nc/bewerben/bewerbungsformular/.

So habe ich es für dieses Praktikum auch gemacht. Orientieren kannst du dich für meinen Bereich an dieser Ausschreibung.

Bei Fragen kannst du dich immer auch an das Recruiting-Team wenden.

Gibt es Besonderheiten seitens des Unternehmens, auf die bei der Bewerbung möglicherweise besonders viel Wert gelegt wird?

Authentizität und Offenheit sind das A und O, genau wie ein nachhaltiges Interesse am Unternehmen und an der Position. Eine gute Vorbereitung hinsichtlich der Produkte, des Unternehmens sowie der Stelle gehört ebenso dazu. Für die Bewerbung sind aussagekräftige Bewerbungsunterlagen wichtig. Dazu gehören ein individuelles Anschreiben, ein übersichtlicher Lebenslauf, Abschluss- und ggf. Arbeitszeugnisse sowie eine Angabe über die gewünschte Praktikumsdauer bzw. den gewünschten Eintrittstermin bei einer Werkstudententätigkeit.

Die Ansprechpartnerin im Unternehmen ist:

Florencia Tutmann; Personalreferentin 

E-Mail: f.tutmann@avm.de  Telefonnummer: 030-399 76 71 70

Was ist Ihr persönlicher Praktikumstipp für andere HTW Studierende, damit die Praktikumssuche ein Erfolg wird?

Immer dran bleiben. Und sich in der Bewerbungsphase ruhig verschiedene Unternehmen anschauen. Mein Tipp: nichs überstürzen und stattdessen die Chance nutzen, mehrere Praktikumsbetriebe kennenzulernen und sich in Vorstellungsgesprächen zu üben. Auf der Grundlage kannst du dann eine gute Entscheidung treffen. Und wenn sich dein Wunscharbeitgeber dann ebenfalls für dich entscheidet: Perfekt! Und bewirb dich nicht erst kurz vor knapp. Mindestens drei Monate Vorlaufzeit vor dem gewünschten Eintrittstermin sind empfehlenswert.

Ihr persönlicher Praktikumstipp, damit das Praktikum selbst ein Erfolg wird?

Auf jeden Fall sollte man sich überlegen, was man vom Praktikum erwartet. Fällt einem dazu nichts ein, hilft es, sich zu überlegen, wie das Praktikum nicht ablaufen sollte. Diese Erwartungen sollte der Arbeitgeber unbedingt kennen, am besten schon nach dem Vorstellungsgespräch, damit auf entsprechende Wünsche eingegangen werden kann bzw. keine falschen Vorstellungen entstehen. Und während des Praktikums gilt: Fragen tut nicht weh. Besonders am Anfang ist es wichtig, zu fragen, denn so viel man glaubt zu wissen: in der Praxis können Dinge aus Gründen, die man vorher nie bedacht hat, eventuell ganz anders gemacht werden, als man das erwartet.