Machtdiskurse zur Reform der Wirtschafts- und Währungsunion

Die Eurokrise hat deutlich gemacht, wie unvollständig und instabil die Architektur der Wirtschafts- und Währungsunion (WWU) ist. Dennoch kommen institutionelle Reformen nur schleppend voran oder bleiben auf halbem Wege stecken. Verantwortlich hierfür sind die divergierenden Entwicklungsperspektiven der Mitgliedstaaten für die Eurozone. Im Forschungsprojekt wurden die inhaltlichen und machtpolitischen Interessenkonflikte der am jüngsten Reformprozess beteiligten Länder analysiert. Im Ergebnis zeigte sich ein wirtschaftstheoretisch grundierter Dissens zwischen einer Minderheit um Finnland und Deutschland, die eine 'Stabilitätsunion' befürwortet und einer Mehrheit um Italien und Frankreich, die eine 'Fiskalunion' anstrebt. Doch die Position einer weitgehenden fiskalischen und politischen Integration der Eurozone kann sich nicht gegen die Verteidiger des Status quo durchsetzen, da ihre Vertreter uneinheitlich agieren und mit wirtschaftlichen Problemen kämpfen. Der hier untersuchte zwischenstaatliche Entstehungsprozess des Fünf-Präsidenten-Berichts zur Vollendung der WWU von 2015 zeigt ein tief gespaltenes Europa und eine verzweifelt um Konsens bemühte Europäische Kommission.

Zentrale Ergebnisdokumentation:
Hacker, Björn / Koch, Cédric M.: Was wird aus der Eurozone? Eine Landkarte der Interessenkonflikte zur Reform der Währungsunion, IMK Studies, Nr. 52, Düsseldorf 2016, ISSN: 1861-2180, 84 Seiten, http://www.boeckler.de/pdf/p_imk_study_52_2016.pdf --- siehe Download-Link unten

ENGLISH VERSION:
Hacker, Björn / Koch, Cédric M.: The divided Eurozone : Mapping conflicting interests on the reform of the Monetary Union, Friedrich-Ebert-Stiftung, Brussels 2017, ISBN 978-3-95861-796-4, 47 Seiten, http://library.fes.de/pdf-files/bueros/bruessel/13335.pdf

Projektlaufzeit

1.10.2015 - 31.3.2017

Projektleitung

Homepage

http://www.boeckler.de/pdf/p_imk_study_52_2016.pdf