Tomorrow Is the Question
Nach einer Zeit intensiver wirtschaftlicher Globalisierung und digitaler Vernetzung steht unsere Zivilisation technisch und gesellschaftlich vor grundlegenden Veränderungen. In naher Zukunft werden sich Mensch, Maschine und Umwelt intensiver verbinden als je zuvor. Selbstlernende maschinelle Systeme, die der menschlichen Kognition nachempfunden sind, werden dabei komplexe Bereiche übernehmen: Von der industriellen Produktion und Infrastruktur bis zum sozialen Zusammenleben. Die gesellschaftlichen Folgen dieses dynamischen Wandels sind nicht absehbar. „Tomorrow is the Question” widmet sich dieser spekulativen Zukunft.
Das Projekt ist in zwei Kapitel unterteilt: Die erste Fotoserie zeigt Orte und Anlagen, die mit den großen technologischen Fragen an der Schwelle zur Zukunft verbunden sind. Hierbei werden Themen wie Digitalisierung, Maschinelles Lernen, Künstliche Intelligenz, Quantenrechner, virtuelle Realitäten, zukünftige Nahrungsmittelproduktion, Mobilität, Dekarbonisierung oder der Verlust menschlicher Arbeit in der Industrieproduktion behandelt. Das zweite Kapitel besteht aus einer typologischen Fotoserie von Humanoiden Robotern und untersucht, welche mechanischen Kreaturen die menschliche Hybris hervorbringt.
Technologischer Fortschritt wurde seit Anbeginn der Industrialisierung von seinen Pratagonisten als Segen für die Menschheit gepriesen. Diese Grundhaltung hat sich wenig geändert, obwohl die negativen Folgen vergangener Innovationen heute offensichtlich sind. „Fortschritt ist die Verwirklichung von Utopien”, schrieb Oscar Wilde. Doch welchen Utopien folgt ein Fortschritt, der nicht unbedingt auf Humanismus, demokratischen Gesellschaftsordnungen oder dem Wohlergehen des Planeten ausgerichtet ist?
Projektlaufzeit
Projektleitung
- Prof. Henrik Spohler (Projektleitung)