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Robotics for Care Enhancement (Robo4Care)

Forschungsprojekt

Die Situation der Pflege in Deutschland ist anhand statistischer Erhebungen als auch in der Versorgungspraxis als äußerst angespannt zu beschreiben. Die Bundesagentur für Arbeit weist in der aktuellen Fachkräfteengpassanalyse die höchsten Engpassindikatoren für Pflegefachkräfte aus [1], eine Lage, die sich angesichts der demografischen Prognosen des Statistischen Bundesamts bei gleichbleibender Pflegefallwahrscheinlichkeit bis mindestens 2070 nicht grundlegend entspannen dürfte [2]. Im Bericht zur Arbeitsmarktsituation im Pflegebereich kommt die Agentur für Arbeit zu dem Schluss, dass der steigende Bedarf an Pflegepersonal sich als Trend weiter fortsetzt [7]. Zugleich sind Pflegende überdurchschnittlich häufig von muskuloskelettalen Erkrankungen betroffen. In Deutschlandberichten 65 % der Pflegekräfte über Rücken- sowie Nacken- und Schulterbeschwerden: Pflegekräfte sind signifikant häufiger betroffen als andere Berufsgruppen, insbesondere in der Altenpflege [8],[9]. Zusätzlich sind Hand- und Handgelenksbeschwerden infolge repetitiver, belastungsintensiver Handhabungstätigkeiten weit verbreitet [21]-[23] etwa beim Richten von Medikamenten, Öffnen von Blister-Verpackungen, Greifen, Halten, Positionieren von Gegenständen sowie bei der Unterstützung von Patientinnen im Alltag. Diese Tätigkeiten erfolgen häufig unter Zeitdruck, in ungünstigen Hand- und Gelenkstellungen und ohne ausreichende Erholungsphasen. Entsprechend zeigen Studien, dass muskuloskelettale Beschwerden zunehmend auch die oberen Extremitäten betreffen und repetitive Greif-, Halte- und Druckbewegungen mit einer hohen Prävalenz von Hand- und Handgelenkserkrankungen bis hin zum Karpaltunnelsyndrom einhergehen [13],[14].Das übergeordnete Ziel ist die systematische Entlastung von Pflegekräften in zwei zentralen Belastungsbereichen:(1) körperlich schwere Hebe- und Haltetätigkeiten sowie (2) zeitintensive und feinmotorisch anspruchsvolle Manipulationsaufgaben, wie z.B. dem täglichen Vorbereiten und Vereinzeln von Medikamenten in der Pflege. In den beiden Belastungsbereichen werden folgende spezifische, messbare und erreichbare Teilziele definiert:

  • Entwicklung eines Studiendesigns zur validen Untersuchung von Akzeptanz, Nutzung und Nutzen von körpergetragenen Exos in der Pflege (ASH)
  • Entwicklung einer qualitativen und quantitativen Metrik zu Komfort und UX (User Experience) von Exos in der Pflege zur Ableitung von Verbesserungsvorschlägen im Entwicklungsprozess von Exos (BHT-B)
  • Entwicklung eines Messaufbaus zur Vermessung relevanter physikalischer Größen von Komfort bei Nutzung von Exos sowie von Empfehlungen zur Verbesserung von Exos anhand der entwickelten Metrik (HTW)
  • Entwicklung eines pflegenahen Szenarios und Studiendesigns zur Untersuchung der Machbarkeit, Sicherheit und Akzeptanz robotischer Unterstützung bei Handhabungstätigkeiten z.B. bei der Medikamentengabe (BHT-H, ASH)
  • Entwicklung einer quantitativen Leistungs-/Qualitätsmetrik für robotische Handhabungstätigkeiten in der Pflege bzgl. Erfolgsquote, Fehlerarten, Zeitbedarf, manuelle Intervention, Robustheit ggü. Tablettenvarianten (BHT-H)
  • Entwicklung und Demonstration eines integrierten Robotik-Systems bestehend aus Eingabestation, humanoidem Roboter und Greifhänden zur Durchführung ausgewählter Handhabungstätigkeiten der Pflege sowie experimentelle Evaluation der technischen Grenzen und Einsatzbedingungen (BHT-H, HTW)

Projektlaufzeit

01.01.2026 - 31.12.2027

Projektleitung

Projektmitarbeiter_innen

Mittelgeber

IFAF

Kooperationspartner

  • ASH Berlin
  • BHT
  • FhG IZM
  • FhG IPK
  • Johannesstift Diakonie
  • Institut für Arbeitsschutz IFA bei der DGUV
  • Deutsche Rentenversicherung Bund

Förderprogramme

IFAF VERBUND

Homepage

https://www.ifaf-berlin.de/projekte/robo4care/