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Drei Designideen der HTW Berlin bei Ausstellung in der Pinakothek der Moderne München

Außenansicht der Pinakothek der Moderne München © istockphoto.com/FooTToo

16. Oktober 2026 – Wie kann ein Smartphone weniger ablenken? Wie lassen sich medizinische Untersuchungen angenehmer gestalten? Und wie bleiben ältere Menschen selbstständig mobil? Mit diesen Fragen beschäftigen sich drei Abschlussarbeiten der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin (HTW Berlin), die ab heute bis 29. November 2026 in der Pinakothek der Moderne in München zu sehen sind. Die Jahresausstellung „MAKE IT MAKE SENSE“ der German Design Graduates 2026 präsentiert insgesamt 71 ausgewählte Abschlussarbeiten aus 28 staatlichen Hochschulen. Drei davon stammen Absolventinnen und Absolventen des Studiengangs Industrial Design der HTW Berlin.

Die ausgewählten Arbeiten von Samuel Goudefroy, Mechthild Pfütze und Zieshan Haider Malik zeigen, wie Gestaltung dazu beitragen kann, alltägliche Probleme neu zu betrachten. Im Mittelpunkt stehen nicht nur Form und Funktion, sondern auch die Bedürfnisse der Menschen.

Weniger Ablenkung, mehr Kontrolle: Samuel Goudefroy hat mit „Astro – Modularer Begleiter für bewussten Medienkonsum“ ein modulares Gerät entwickelt, zentrale Smartphone-Funktionen wie Telefon, Kamera und Navigation aus der Logik permanenter Ablenkung löst. Tasten und Regler machen jede Nutzung bewusst. Technische Reduktion wird so zum Gegenentwurf zur Aufmerksamkeitsökonomie.

Mehr Komfort bei gynäkologischen Untersuchungen: Mechthild Pfütze widmet sich mit ihrer Arbeit „Freya“ einem sensiblen Bereich der medizinischen Versorgung. Sie hat ein Spekulum neu gestaltet, ein Instrument für gynäkologische Untersuchungen. Ihr Entwurf verbindet das Einführen und Öffnen in einer fließenden Bewegung. Weiche Materialien und ein verlängerter Griff sollen die Handhabung angenehmer machen. Ein Leihmodell ist ebenfalls Teil des Konzepts und soll Vertrautheit und Selbstbestimmung stärken.

Selbstständig unterwegs im Alter: Zieshan Haider Malik hat mit „Vimoo – Seniorenmobil-Sharing für selbstbestimmte Mobilität im Alter“ ein elektrisches Fahrzeug für kurze Alltagswege entworfen. Eine Aufstehhilfe und eine ausfahrbare Lenkung unterstützen den Wechsel zwischen Sitzen, Stehen und Fahren. Das Mobilitätskonzept sieht sowohl eine private Nutzung als auch ein Sharing-Angebot vor.

Design, das gesellschaftliche Fragen aufgreift

Die drei Projekte stehen beispielhaft für eine Entwicklung, die auch die Ausstellung „MAKE IT MAKE SENSE“ sichtbar machen möchte: Design beschäftigt sich zunehmend mit gesellschaftlichen Herausforderungen, dem Umgang mit Technik und den Bedingungen unseres Zusammenlebens. Für die Jahresausstellung wurden 71 Arbeiten aus mehr als 480 Einreichungen ausgewählt. Sie stammen unter anderem aus dem Produkt- und Industriedesign, Kommunikations- und Digitaldesign sowie Textil- und Modedesign. Die Ausstellung wird von German Design Graduates in Kooperation mit der Neuen Sammlung – The Design Museum in München präsentiert.

Über German Design Graduates

German Design Graduates wurde 2019 gegründet und wird seit 2022 von der German Design Council Foundation getragen. Die digitale Graduates Platform umfasst inzwischen mehr als 2.000 Abschlussarbeiten. Sie dokumentiert Positionen über Hochschulen, Disziplinen und Jahrgänge hinweg und macht Absolvent*innen langfristig für Akteur*innen aus Kultur, Wirtschaft, Forschung und Designpraxis auffindbar. Damit entsteht mehr als ein Archiv. German Design Graduates verbindet Sichtbarkeit mit Übergängen in die Praxis. Workshops, Netzwerkformate und individuelle Förderangebote schaffen konkrete Begegnungen zwischen Graduates und denjenigen, die Design beauftragen, vermitteln, erforschen oder weiterentwickeln.