Forschungsprojekt BEM.Start: Hybride Tagung zum Betrieblichen Eingliederungsmanagement in KMU
22. September 2026 – Wie können kleine und mittlere Unternehmen (KMU) beim Betrieblichen Eingliederungsmanagement besser unterstützt werden? Das Forschungs- und Kooperationsprojekt BEM.Start lädt am 23. September 2026 zur Auftaktveranstaltung auf den Campus Wilhelminenhof der HTW Berlin ein. Die Tagung richtet sich an Fach- und Führungskräfte aus Praxis und Wissenschaft. Die Teilnahme ist kostenfrei und auch online möglich.
Das Betriebliche Eingliederungsmanagement (BEM) soll Beschäftigte nach längerer oder wiederholter Arbeitsunfähigkeit bei einer nachhaltigen Rückkehr in den Arbeitsalltag unterstützen. Gerade kleine und mittlere Unternehmen verfügen jedoch nicht immer über die personellen und organisatorischen Strukturen, um ein systematisches BEM umzusetzen. Hier setzt BEM.Start an: Das gemeinsame Forschungsprojekt der GAW gemeinnützige Gesellschaft für Arbeitsfähigkeit und Wohlbefinden mbH und der HTW Berlin entwickelt praxisnahe Unterstützungsangebote. Dazu gehören unter anderem Leitfäden und Checklisten, digitale Angebote, Materialien für Gespräche und Fallbearbeitung sowie regionale und branchenspezifische Unterstützungsstruktur. Das Projekt ist in diesem Jahr gestartet und läuft bis 2029. Es wird vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) aus Mitteln des Ausgleichsfonds gefördert.
„Betriebliches Eingliederungsmanagement wird gesellschaftlich und wirtschaftlich immer wichtiger. Damit es auch in kleineren und mittleren Unternehmen gelingt, müssen die Angebote verständlich, alltagstauglich und mit überschaubarem Aufwand nutzbar sein. Im Projekt BEM.Start arbeiten deshalb Informatik und Wirtschaftskommunikation eng zusammen: Wir entwickeln digitale Werkzeuge und untersuchen empirisch, wie sie wirksam vermittelt werden können. Diese Verbindung der Disziplinen im Fachbereich 4 ist kein Nebeneffekt, sondern ein wesentlicher Teil des Projekts. Sie ist ein gutes Beispiel dafür, wie die HTW Forschung direkt in die betriebliche Praxis bringt.“
Prof. Dr. Juliane Siegeris (Projektleitung), Prof. Dr.-Ing. Jörn Freiheit und Prof. Dr. Jan Niklas Kocks (Teilprojektleitungen)
Von Fachimpulsen zum Ideenlabor
Die Auftaktveranstaltung beginnt um 10 Uhr. Prof. Dr. Annabella Rauscher-Scheibe, Präsidentin der HTW Berlin, begrüßt die Teilnehmenden. Dr. Sebastian Müller vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales hält ein Grußwort.
Anschließend stellt das Projektteam BEM.Start seine Arbeit vor. Von der HTW Berlin wirken Prof. Dr. Jan Niklas Kocks, Brit Leissler und Patricia de Paiva Lareiro mit. Am Nachmittag beteiligen sich Prof. Dr. Jörn Freiheit und Prof. Dr. Juliane Siegeris am Ausblick auf die weitere Projektarbeit.
Neben Fachimpulsen steht vor allem das gemeinsame Arbeiten im Mittelpunkt: In mehreren Runden des „Ideenlabors BEM.Start“ entwickeln das Projektteam und die Teilnehmenden Ansätze weiter. Ein Vortrag von Kirsten Brandt von der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau widmet sich dem Zusammenhang von BEM, Prävention und gesunder Arbeit. Ein Team der Universität zu Köln um Prof. Dr. Mathilde Niehaus stellt zudem Ansätze zur Stärkung von Inklusion in der Arbeitswelt vor.
Das inhaltliche Programm endet um 16 Uhr. Anschließend besteht beim Get-together bis 17 Uhr Gelegenheit zum weiteren Austausch. Teilnehmende vor Ort können zudem eine kostenlose Beratung zum Betrieblichen Eingliederungsmanagement in Anspruch nehmen.
Über die GAW
Die GAW – Gesellschaft für Arbeitsfähigkeit und Wohlbefinden mbH ist eine gemeinnützige Tochtergesellschaft der Institut für Arbeitsfähigkeit GmbH. Seit 2018 arbeitet sie daran, Arbeitsfähigkeit und Gesundheit am Arbeitsplatz zu stärken. Dafür bringt sie Akteur*innen aus Wissenschaft, Organisationen und Betrieben zusammen, setzt Projekte um, entwickelt Qualifizierungsansätze und begleitet Evaluationen. Grundlage ihrer Arbeit ist unter anderem das finnische Arbeitsfähigkeitskonzept mit dem Work Ability Index (WAI) und dem „Haus der Arbeitsfähigkeit“, das die GAW weiterentwickelt und auf unterschiedliche Arbeitskontexte überträgt. Die Gesellschaft ist Teil des Netzwerks der Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA).