LivingAI-Lab / Chancen und Risiken der KI-Nutzung in alternden Gesellschaften (LivingAI-Lab)
In Kooperation mit HumanIQ e.V. erforscht das Projekt, wie Senior Künstliche Intelligenz im Alltag erleben, nutzen und bewerten und welche Bedingungen den Zugang zu KI prägen. Dafür arbeiten Studierende gemeinsam mit Senior des Augustinum Kleinmachnow in sechs Living-Lab-Sessions. Im Zentrum steht die Frage, welche Potenziale KI für die Unterstützung des Alltags von Senior bietet, welche Hürden und Risiken dabei entstehen und wie durch gemeinsame Erprobungs- und Gestaltungsprozesse passende Zugänge zu KI entwickelt werden können.
Das Projekt ist als offener, explorativer Designforschungsprozess angelegt. Die Living Labs folgen keinem vorab festgelegten Ablauf. Stattdessen werden die Sessions auf Grundlage der Beobachtungen, Erfahrungen und Reflexionen der jeweils vorherigen Session iterativ weiterentwickelt. Im Sinne der Action Research werden Erprobung, Beobachtung, Reflexion und Anpassung fortlaufend miteinander verbunden.
Die Studierenden arbeiten mit Ansätzen der Research through Design (RtD) und Co-Creation. Senior werden dabei nicht lediglich als Nutzer oder Testpersonen einbezogen, sondern als aktive Beteiligte des Forschungsprozesses. Die Studierenden entwickeln Aufgabenstellungen, Interaktionsformen und Zugänge gemeinsam mit den Senior und passen diese an individuelle Erfahrungen, Kompetenzen und Situationen an. Das Living Lab wird damit selbst zum Forschungsinstrument, in dem Methoden und Gestaltungsvorschläge praktisch erprobt und weiterentwickelt werden.
Ergänzend untersucht das Projekt den Nutzungskontext mit Methoden des Systemic Design. Gigamaps, Stakeholder-Analysen und Systemmodelle machen Zusammenhänge zwischen Menschen, Technologien, Interfaces, Geräten, sozialen Routinen und institutionellen Rahmenbedingungen sichtbar. Die Ergebnisse zeigen, dass Barrieren im Umgang mit KI häufig bereits auf vorgelagerten Ebenen entstehen und nicht allein auf fehlendes Wissen oder fehlendes Interesse an KI zurückzuführen sind.
Aus der Verbindung von Designforschung, Co-Creation und systemischer Analyse entstehen konzeptionelle Interventionen für die Vermittlung von KI-Kompetenz und die Gestaltung zugänglicherer KI-Systeme. Gleichzeitig zeigt das Projekt, dass ein solches Living-Lab-Format spezifische Kompetenzen in Co-Creation, Beobachtung, Reflexion und iterativer Gestaltung voraussetzt und daher nicht allein über standardisierte Abläufe übertragbar ist.
Projektlaufzeit
Projektleitung
- Prof. Pelin Celik(Projektleitung)
Homepage
https://systemdesign.htw-berlin.de/projekte/kooperationsprojekt-transgenerationale-ki-exploration