Digitaler Ressourcen-Belastungs-Monitor von Kitas in Hessen (REBE-H)
Das Projekt intendiert eine Weiterentwicklung gesundheitsförderlicher Strukturen und Prozesse in der Lebenswelt Kita und eine Stärkung der Gesunderhaltungsressourcen von pädagogischen Mitarbeiter_innen in Kitas und damit gesundheitliche Chancengleichheit.
Das Vorhaben verfolgt die Ziele, mit der flächendeckenden Datenerhebung durch ein digitalisiertes REBE-Instrument in hessischen Kitas sowie die Analyse und Verknüpfung dieser Daten (i) neue wissenschaftliche Erkenntnisse zu Belastungsfaktoren und ihren Zusammenhängen in Kitas zu generieren, sowie
(ii) das Verständnis der Erfolgsbedingungen für die Überführung eines wissenschaftlichen Konzepts in behördliche Strukturen zu vertiefen und somit den Transfer insbesondere zwischen HAW und dem öffentlichen Sektor zu fördern.
Durch die Verwendung des digitalen REBE-Instruments als Beispielobjekt für diese Fragestellungen werden synergetische positive Effekte erwartet, da diese Untersuchung es direkt ermöglicht (i) die Arbeitsbedingungen pädagogischer Fachkräfte zu analysieren, (ii) die Bedingungen zwischen Kitas in Hessen vergleichbar zu machen, (iii) Maßnahmen zur Verbesserung der Arbeitssituation abzuleiten sowie durchzuführen und hierdurch (iv) Belastungen zu reduzieren, Ressourcen zu stärken und hierüber die Gesundheit und Arbeitsfähigkeit pädagogischer Fachkräfte positiv zu beeinflussen.
Dabei greift das Projekt auch die Gesamtstrategie Fachkräfte in Kitas und Ganztag der deutschen Bundesregierung zur Bewältigung des Fachkräftemangels auf, insbesondere durch die Stärkung der Säulen „Verbesserung der Arbeitskultur“ und „Nutzung regionaler Netzwerke“. Schlussendlich hat die Gesundheit der pädagogischen Mitarbeiter_innen auch Auswirkungen auf die Situation von Eltern und Kindern, sie sichert die Qualität der Betreuung und trägt zur Fachkräftegewinnung bei.
Der Innovationsgrad des projektierten Vorhabens liegt zum einen in der Bereitstellung des REBE-Instrumentes in einem digitalen Format auf einer Plattform, die alle Anforderungen des europäischen und deutschen Datenschutzes erfüllt. Hierdurch wird es möglich, die REBE-Daten einrichtungsbezogen als auch auf kommunaler und Landesebene als Grundlage für verhältnis- und verhaltenspräventive Maßnahmen zu nutzen. Zum anderen werden durch den flächendeckenden digitalen Einsatz des REBE-Instrumentes in hessischen Kitas Referenzdaten öffentlich verfügbar gemacht sowie ein breiter Transfer der Erkenntnisse in die gesamte kindheitspädagogische Praxis möglich.
Die WHO-Erkenntnis der herausragenden Bedeutung der Sicherung und Weiterentwicklung gesundheitsförderlicher Lebenswelten wird für das Handlungsfeld Kita in Hessen beispielgebend angewendet. Ebenso werden die oben erwähnten Empfehlungen der SWK (2025) unmittelbar aufgegriffen. Das Projekt adressiert nicht nur die Mikroebene der individuellen Gesundheit, sondern auf der Mesoebene eine salutogene Ausrichtung von Kitas („salutogenetic management“) und auf der Makroebene die soziale Kohäsion des Bundeslandes Hessen.
Perspektivisch kann das Projekt auch für andere Settings wie Kindertagespflege, Schulen, Ganztag oder Familienzentren adaptiert werden. Die Frage einer möglichen Nutzung für die Kindertagespflege wird im Projektverlauf durchgehend berücksichtigt.
Projektlaufzeit
Projektleitung
- Prof. Dr.-Ing. Piotr Wojciech Dabrowski(Projektleitung)
Mittelgeber
Hessisches Ministerium für Arbeit, Integration, Jugend und Soziales