Weiterentwicklung des beschleunigten Indikatortestverfahrens zur Detektion von Schadstoffen in Museen und Sammlungen (MAT-CH 2.0)

Aktuelle Informationen zur Projektdurchführung und -fortschritt unter: https://medium.com/mat-ch-project

Die negativen Auswirkungen von Schadstoffen auf Museumssammlungen und Archivbestände sind ein bekanntes Problem im Kulturgüterschutz. Neben externen Luftschadstoffen, stellt vor allem die Vielzahl neuartiger Bau- und Konstruktionsmaterialien ein zunehmendes Risikopotential dar, das zu einer negativen Beeinträchtigung der Luftqualität in Ausstellungen, Depots und Magazinen führt. Für die Kontrolle und Reduzierung der Schadstoffkonzentration ist eine Überprüfung der zum Einsatz gelangenden Materialien unabdingbar und wird durch verschiedene analytische Verfahren – häufig jedoch mittels Korrosionstests - realisiert.

Das Projekt MAT-CH 2.0 erforscht und innoviert Equipment und Auswertung des gängigsten Verfahrens, dem sogenannten Indikatortest nach Oddy (Oddy-Test). Dieser basiert auf der erhöhten graduellen Korrosionsanfälligkeit gediegener Silber-, Kupfer- und Bleiplättchen, die mit dem zu testenden Material unter Extrembedingungen zur Reaktion gebracht werden. Weltweit kommen aktuell über zwanzig Variationen des Oddy-Tests zur Anwendung. Entsprechend sind die generierten Ergebnisse weder vergleich- noch reproduzierbar, auch wird die wissenschaftliche Aussagekraft stark eingeschränkt.

Um das Testverfahren zu standardisieren, forschte die HTW Berlin bereits von 2015-2018 an den Reaktionsbehältern und der Auswertungsmethode des Testverfahrens. Im Zuge des Projekts MAT-CH 2.0 sollen zentrale Komponenten - die reaktiven Indikatorplättchen, zusammen mit der TU Berlin – Institut für Hochfrequenz und Halbleiter-Systemtechnologie (HFT) innoviert werden, so dass der Korrosionstest finale Marktreife erreicht.

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Updated information under: https://medium.com/mat-ch-project

Accelerated corrosion testing is an important tool to detect and minimize the damaging risk of cultural heritage due to pollution. Therefore, project MAT-CH 2.0 aims to standardize accelerated corrosion testing for museums and collections. So far, HTW’s research has concentrated on two components of the test: the reaction vessels and the evaluation method.

In order to finalize the innovation process, MAT-CH 2.0 will further develop central components of the test: the indicator plates. So far, they consist of solid metals, like silver, copper and lead. Also up to now, preparation of indicators involves manual cutting and cleaning, leading to high preparation times, irregular results and waste of scarce resources. Therefore, MAT-CH 2.0 plans to reduce error sources and high preparation times, and aims for automatically manufactured standardized products instead.

In order to further develop accelerated corrosion testing, bulk metal plates will be replaced by thinmetal-coated carriers from glass. In cooperation with TU Berlin, Institute for High-Frequency and Semiconductor System Technologies (HFT), various options for carriers, coatings and lamination strength will be determined.

ALKTASH et al. 2021: Alktash, Nivin; Jeberien, Alexandra; Szyszka, Bernd; Chalhoub, Aenne : Der beschleunigte Korrosionstest nach Oddy: Innovation und Herstellung reproduzierbarer Indikatorplättchen mittels Dünnschichtverfahren, in: Metalla Sonderheft 11/ 2021, S. 124-126, ISSN 0947-6229

Projektlaufzeit

1.7.2020 - 15.8.2022

Projektleitung

Projektmitarbeiter/innen

  • Nivin Alktash
  • Aenne Chalhoub
  • M.A. Sabrina Schaffarczyk

Kooperationspartner

  • TU Berlin
  • Museum für Naturkunde Berlin

Mittelgeber

Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi)

Förderprogramme

WIPANO

Homepage

https://medium.com/mat-ch-project