Digitale Prüfungen

Studierender sitzt am Laptop

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LSC-Fokus zum Thema "Digitale Prüfungen"

Zukünftig wird es neben unserem regulären Service in jedem Semester umfassende Angebotsreihen rund um besonders brisante, aktuelle und wichtige Schwerpunktthemen geben - den LSC-Fokus.

Mit unserem ersten LSC-Fokus im Juni möchten wir Lehrende bei der Vorbereitung auf den nächsten Prüfungszeitraum unterstützen und das Thema "Digitale Prüfungen" aus verschiedensten Blickwinkeln und möglichst umfassend beleuchten. Denn ausgelöst durch die Pandemie und die Umstellung auf digitale Prüfungsformate, müssen Prüfungen angepasst, umgewandelt und neu gedacht werden. Wie das gelingen kann, erfahren Sie in verschiedenen Veranstaltungsformaten, deren Termine und Inhalte Sie auf unserer Veranstaltungsseite finden.

Prüfungen sind ein zentraler Bestandteil des Lernprozesses der Studierenden und zugleich des Hochschulbetriebes. Sie sollen Lehrenden und Studierenden Feedback darüber geben, ob und wie die gesteckten Lernziele erreicht wurden. Prüfungen können motivieren, indem sie dem Lernprozess ein Ziel geben, und als Anlass für Wiederholung und eine vertiefte Auseinandersetzung mit Inhalten Lernen in Gang setzen. Zugleich sind Prüfungen Grundlage für Auswahlprozesse, sie sollen Vergleichbarkeit von Leistungen herstellen und dienen damit auch der Qualitätssicherung. Die Qualität des Studiums hängt somit auch von der Qualität der Prüfungen ab.

Summative Prüfungen sollen den Leistungsstand von Studierenden feststellen und nach definierten Kriterien bewerten. Sie fokussieren auf das Ergebnis (Assessment of Learning). Formative Prüfungen hingegen sollen den Lernprozess der Studierenden durch differenzierte Rückmeldungen begleiten und unterstützen (Assessment for Learning). Beide Formen können im Rahmen eines Moduls miteinander kombiniert werden.

Wie entwickelt man eine Prüfung?

Ausgangspunkt jeder Prüfung ist die Frage, was Ihre Studierenden am Ende des Moduls bzw. Ihrer Lehrveranstaltung können sollen. Dies wird zum einen durch die Modulbeschreibungen definiert, wobei Sie im Zuge Ihrer Lehrveranstaltungsplanung konkretisieren, was die Studierenden am Ende der Lehrveranstaltung in der Lage sein sollen zu tun (= Lernergebnisse). Dabei geht es immer um die Verbindung von Inhalten (Fachthemen) mit konkreten Handlungen der Studierenden. Sollen die Studierenden Informationen zu einem bestimmten Fachthema wiedergeben, verstehen oder auf konkrete Situationen anwenden?  Sollen sie Sachverhalte analysieren oder begründet eine Bewertung vornehmen? Oder sollen die Studierenden sogar neue Konzepte entwickeln? Um dies zu beschreiben, können Sie sog. Lernzieltaxonomien nutzen, die mit Beispielverben praktische Formulierungshilfen bieten (siehe Kasten rechts). Wenn Sie die Lernergebnisse so formuliert haben, lassen sich davon sowohl die Lehrmethoden, sowie die studentischen Lernaktivitäten im Rahmen der Lehrveranstaltung als auch die Prüfungsaufgaben ableiten (Mehr Informationen zur Lehrveranstaltungsplanung).

Nachdem Sie festgelegt haben, welche Lernergebnisse die Studierenden erreichen sollen, legen Sie Indikatoren fest, anhand derer Sie erkennen können, inwieweit diese erreicht wurden. Auf dieser Basis können Sie dann die passende Prüfungsform wählen. (Manche Module bieten verschiedene Prüfungsformen zur Auswahl, andere nicht. Die Prüfungsform kann von den Modulverantwortlichen immer bis zum Beginn des Belegungszeitraums in der Modulbeschreibung geändert werden.)

Im nächsten Schritt geht es um die konkrete Gestaltung der Prüfungsleistung. Was sollen die Studierenden in der Prüfung tun, um das Erreichen (bzw. Nicht-Erreichen) der Lernergebnisse zeigen zu können? Welche Aufgaben eignen sich dafür? Nach welchen Kriterien können Sie bewerten, inwieweit die Studierenden die Prüfungsaufgaben erfüllt haben und wie lassen sich diese Kriterien hinsichtlich der Notengebung differenzieren? Diese Kriterien sind wichtig, um die Prüfungsleistungen möglichst standardisiert und fair beurteilen zu können. Hier bieten sich - je nach Prüfungsformat - auch Musterlösungen an. Je mehr der Gestaltungsraum eine Prüfungsaufgabe den Studierenden gibt, desto anspruchsvoller ist es, Beurteilungskriterien zu definieren und zu differenzieren. Hinweise zur Erstellung von Kriterienrastern finden Sie in dieser Handreichung der Johannes Gutenberg-Universität Mainz.

Gehen Sie anschließend die Prüfungsaufgaben noch einmal anhand folgender Fragen durch:

  • Misst die Prüfung das, was sie messen soll (Validität)? Messen die Prüfungsaufgaben das, was die Studierenden laut Modulbeschreibung am Ende der Lehrveranstaltung wissen und können sollen?
  • Wie genau misst die Prüfung, was sie messen soll (Reliabilität)?
  • Sind die Ergebnisse einer Prüfung unabhängig davon, wer diese durchführt und bewertet (Objektivität)? D.h. werden alle Studierenden nach den gleichen Kriterien beurteilt?
  • Wie hoch ist der Aufwand für die Prüfung und steht er in einem angemessenen Verhältnis zum Nutzen (Ökonomie)?

Die Modalitäten der Modulprüfung müssen den Studierenden zu Beginn der Vorlesungszeit mitgeteilt werden (§ 13 Rahmenstudien- und Prüfungsordnung). Dies ist für die Studierenden nicht nur aus organisatorischen Gründen wichtig, sondern auch, um sich gut auf die Prüfung vorbereiten können. Auch das gemeinsame Üben von Beispielprüfungsaufgaben mit den Studierenden oder das Bereitsstellen von Beispielprüfungen hilft den Studierenden beim Lernen.

Prüfungsformate

Open-Book-Klausur
Take-Home-Exam
Mündliche Prüfungen
Semesterbegleitende Prüfungen