Entwicklung einer Detox-Guideline

Im Projekt " Entwicklung einer Detox-Guideline: Vermeidung von umweltschädlichen Chemikalien und Minimierung der Wasserbelastung bei der Herstellung von Bekleidung" wird eine Lösung zur Umsetzung in deutschen Bekleidungsunternehmen erabeitet. Im Schwerpunkt geht es um den Umgang mit der Ressource Wasser in den Produktionsländern von Textilien. Zum Projekt und dessen Zielstellung: Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hat 2011 die sogenannte Detox-Kampagne gestartet, zu der sich bis Juli diesen Jahres 31 Unternehmen aus der Bekleidungbranche bekannt haben. Durch diese Kampagne soll erreicht werden, dass alle Anbieter von Bekleidungsprodukten aus Industrie und Handel bis 2020 auf den Einsatz wasserbelastender Chemikalien in ihrer Produktionskette verzichten und stattdessen umweltfreundliche Alternativen einsetzen. Da Endverbraucher zunehmend sensibilisiert sind für die Umweltproblematik, fürchten Bekleidungsunternehmen Umsatzrückgänge, wenn sie keine glaubhaften, nachhaltigen Lösungen zu dieser Thematik anbieten können. Jedoch ist eine Detox-konforme Produktion für die meisten Unternehmen schwer umzusetzen, da es dafür notwendig ist, alle an der Wertschöpfungskette beteiligten Produktionsstätten aus der Textil- und Bekleidungsindustrie zu kennen und zu kontrollieren. Ziel des Projektes war es, eine Unterstützung für deutsche Unternehmen in Form einer Guideline zu entwickeln, um eine Detox-konforme Beschaffung und/oder Produktion zu gewährleisten. Umsetzung und Ergebnisse Die Untersuchungen im Projekt, in Form von Fragebögen, Experteninterviews und Recherchen zu Chemikalien bestätigen, dass die Detox-Kampagne in der Bekleidungsbranche eine hohe Bekanntheit und Wirkung erzielt hat. Viele Bekleidungsunternehmen, unter anderem auch solche, die der Greenpeace-Kampagne nicht beigetreten sind, sind bestrebt, den Anforderungen von Greenpeace bezüglich einer umweltfreundlichen Chemikalienpolitik gerecht zu werden. Es herrscht gleichzeitig eine große Unsicherheit im Umgang mit der Kampagne und deren Anforderungen. Zwar ist bei Experten und Chemieunternehmen großes Wissen über alternative, umweltfreundliche Chemikalien vorhanden, die Umsetzung der Kampagnenziele in der Praxis gestaltet sich schwierig. : Gründe sind unter anderem die komplexe Beschaffungsstruktur, eine mangelnde Transparenz über alle involvierten Partner in der Wertschöpfungskette, Zeit- und Kostendruck sowie ungenügende Fachkenntnisse bezüglich des Chemikalieneinsatzes in der Prozesskette. Im Projekt ist die Grundstruktur und das Design für eine webbasierte Guideline für die Unterstützung in der täglichen Arbeit im Umgang mit internationaler Beschaffung entwickelt worden. Die erarbeitete Guideline, an der 74 % der befragten Unternehmen Interesse haben, enthält entsprechend auch Informationen, die zur Schulung und zum Aufbau von Fachwissen beitragen.

Projektlaufzeit

01.04.2015 - 03.08.2015

Projektleitung

Kooperationspartner

Systain Consulting Group