Untersuchung von Interaktion und Partizipation im Jugend Museum Berlin

Im Jugend Museum in Berlin-Schöneberg untersuchten Studierende des Masterstudiengangs Museumsmanagement und -kommunikation im Rahmen des Projekts über vier Semester Formen der Interaktion und Partizipation, die im Rahmen des Modellprojekts „All Included. Museum und Schule gemeinsam für sexuelle und geschlechtliche Vielfalt“ auftreten, welches vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ gefördert wurde.

Die Studierenden begleiteten in einer ersten Phase durch teilnehmende Beobachtungen die Workshops mit den Kindern und Jugendlichen, in denen diese sich gemeinsam mit Museumpädagogen/-innen und Bildungpartner/-innen mit unterschiedlichen Fragen zum Thema Gender auseinandersetzten und zugleich eine öffentliche Werkschau-Ausstellung vorbereiteten. Die Herausforderung bestand darin, bei der pädagogischen Bearbeitung der anspruchsvollen Thematik Freiräume für offene inhaltliche Gespräche zu schaffen und zugleich bei aller Offenheit jedem Einzelnen Teilnehmenden auch einen Schutzraum zu bieten. Eine weitere Herausforderung dieser Phase war die pädagogische Bildungsarbeit mit Blick auf die individuelle Förderung der Kinder und Jugendlichen zu leisten und zugleich innerhalb des festgelegten Zeitraums mit der Gesamtgruppe auch Produkte zu generieren, die wiederum anderen Kindern und Jugendlichen auf der Werkschau präsentiert werden können. Im Fokus der Untersuchung stand das Erfassen und Reflexion zentraler pädagogischer Impulse sowie die Entwicklung von Empfehlungen für die weiteren Workshops sowie für partizipative Ausstellungselemente.

In einer zweiten Phase der Untersuchung stand die Frage im Zentrum: Wie nehmen die jungen Besucher/-innen die präsentierten Elemente in der Werkschau-Ausstellung an und wie können sie evtl. gemäß den Zielen von „All Included“ optimiert werden? Die Studierenden beobachteten Besucher/-innen im Umgang mit den Ausstellungselementen – bei freien Besuchen oder im Rahmen von betreuten Workshops. Für beide Besuchsformen entwickelte die Gruppe passende Erhebungs- und Auswertungsinstrumente. Es zeigte sich, dass die Nutzung von interaktiv-partizipativen Elementen stark vom Kontext des Besuchs abhing: Hinweise auf Elemente durch begleitende Kinder oder die Impulse der Museumspädagogen/-innen förderten die Nutzung. Zudem deuteten die Kinder Themen und Aufgabenstellungen einzelner Elemente gemäß eigenen Bedürfnissen um.

In einer dritten Phase erarbeiteten die Studierenden das Konzept eines Museumskoffers, welcher im Rahmen eines All-Included-Outreach-Projekts zum Einsatz kommen soll. Auf Basis aller bisher vorliegenden Projektergebnisse werden verschiedene Elemente aus der Werkschau-Ausstellung „All included“ und dem untersuchten Begleitprogramm weiterentwickelt und in eine mobile Version überführt. Dabei ist die Frage leitend: Wie lässt sich museale Bildungsarbeit in Schulen durchführen, die Schüler*innen zur Reflexion und Wertschätzung über vielfältige Lebensweisen anregen soll? Im Fokus der letzten Projektphase steht die Entwicklung geeigneter mobiler Stationen mit Aufgaben, die dem Ansatz des entdeckenden Lernens gerecht werden und dabei eine heteronormativitätskritische Bearbeitung des Themas möglich machen.

Projektlaufzeit

6.10.2015 - 31.3.2017

Projektleitung

Kooperationspartner

  • Jugend Museum (Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg von Berlin
, Abt. Bildung, Kultur und Sport,
  • Fachbereich Kunst, Kultur, Museen)

Homepage

http://all-included.jugendmuseum.de/das-projekt.html