Transparenz in der Lieferkette der Bekleidungswirtschaft „We made your Clothes“

NGOs wie FEMNET fordern in der "Clean Clothes Campaign", dass die Bekleidungsunternehmen gegenüber der Öffentlichkeit ihre gesamten Lieferketten offenlegen. Die Forderung lautet, „es muss nachvollziehbar sein, welche Stationen MEIN BEKLEIDUNGSSTÜCK, das ich kaufe/leihe/nutze, in der Produktion durchlaufen hat“. Die Arbeitsbedingungen der Arbeitskräfte in den internationalen Zulieferbetrieben müssen für die Öffentlichkeit überprüfbar sein. Diese Forderungen werden in der Öffentlichkeit immer deutlicher adressiert und diskutiert und sind auch Bestandteil der Arbeitspakete im Textilbündnis. Im Projekt wurde analysiert, warum Bekleidungsunternehmen Transparenz in ihre Lieferkette bringen sollen. Im Ergebnis entstand eine Handreichung/ Empfehlung für die Praxis. Das Angebot an Mode auf dem deutschen Markt und dessen Vertriebsstrukturen über stationären Handel oder Internet sind vielfältig. Die Kundschaft ist mit unterschiedlichen Modemarken, wie z. B. H&M, Zara, Karstadt, Zalando oder Adidas vertraut. Eine Unterscheidung zwischen den Anbietern nach deren Zuordnung zu Industrie- oder Handelsunternehmen ist für die Kunden immer weniger möglich. Bei dem überwiegenden Teil der Modeanbieter handelt es sich um fokale Unternehmen, die sich dadurch auszeichnen, dass sie über Marken verfügen, die sie direkt an Kunden vermarkten und auf der anderen Seite die Produktentwicklung und den Einkauf eigenverantwortlich steuern. Damit müssen Unternehmen nicht unbedingt über Produktentwicklungsabteilungen am eigenen Standort verfügen. Eine Auslagerung von Funktionen an Lieferanten ist auch als eigenverantwortlich einzustufen, da im Vordergrund der Zuordnung nicht die konkrete Durchführung der Aufgabenstellung steht, sondern immer Planung und Auftragsvergabe einer Aufgabe. Die Forderung nach Offenlegung der Lieferkette bezieht sich entsprechend auf alle fokalen Unternehmen, die Mode am Markt anbieten, unabhängig von der Zuordnung nach Industrie- oder Handelsunternehmen. Im Projekt konnten sich alle Beteiligten mit dem aktuellen Thema der Transparenz in der Lieferkette von Bekleidungsunternehmen auseinandersetzen. Das Projekt ermöglichte ereignisreiches Lernen mit konkreten Handlungsbezügen in direkter Zusammenarbeit mit Femnet, sowie das Erlernen von Projektmanagement-Tools. Hohes eigenständiges Erkunden und Ausarbeiten im Team wurde erwartet.

Projektlaufzeit

02.10.2017 - 12.02.2018

Projektleitung

Mittelgeber

Femnet e. V.

Kooperationspartner

Femnet e. V.