Manuelle Fertigkeiten: Digitalisiertes Assessment, Analyse und Dokumentation (manDAAD)

Evidenzbasierte Praxis und Effizienznachweise sind aktuell von größter Bedeutung in den Gesundheitsberufen. Dafür sind valide und zuverlässige Testinstrumente unabdingbar. Nicht nur bietet eine effiziente und präzise Befunderhebung das Fundament für eine gezielte Intervention, sondern es ermöglicht auch Wirksamkeitsnachweise. Assessments der manuellen Fertigkeiten werden vor allem im Kindesalter in Bezug auf den Entwicklungsstand von unterschiedliche Berufsgruppen eingesetzt. Umso verwunderlicher erscheint die Tatsache, dass Durchführung und Interpretation der Tests bis heute fast ausschließlich ohne IT-Unterstützung erfolgen und anhand von subjektiv anfälligen Kriterien eingeschätzt wird, wodurch Reproduzierbarkeit und Vergleichbarkeit der Ergebnisse erheblich vermindert werden. Gleiches gilt für die Durchführung von klinischen Tests, sowie die Diagnostik und Therapie von Erkrankungen wie Dystonie, ADHS oder Parkinson.

In einem Vorläuferprojekt (IFAF-Projekt „dig-TEMA“) wurde ein digitalisiertes Dokumentations- und Auswertungssystem für ein standardisiertes motorisches Assessment, das Händigkeitsprofil, entwickelt, um die Zuverlässigkeit des Instruments (PC-Tablet mit Stift) beispielhaft zu optimieren. Die entstandene Software digitalisiert die Daten des regulär durchgeführten Händigkeitsprofils und wertet die einscannten Nachspur- und Punktiertests digital aus. Obgleich diese Digitalisierung der Dokumentation und Auswertung einen erheblichen Beitrag zu einer verbesserten Zuverlässigkeit dieses Assessments macht, beruhen wichtige qualitative Aspekte immer noch auf der subjektiven Einschätzung der Testdurchführer_innen (z.B. die Bewegungsqualität mit Geschwindigkeit und Genauigkeit). Diese motorischen Qualitätsmerkmale werden meist nach wie vor anhand von ordinalen Skalen (z.B. „sehr gut, gut, grenzwertig und auffällig“) ungenügend sowie schwer reproduzierbar und vergleichbar beschrieben. Außerdem zeigte sich, dass ein PC-Tablet nicht für Kinder mit auffälliger Motorik geeignet ist. Mit dem nun von Stabilo zur Verfügung stehenden Digipen lassen sich die Nachteile des bisherigen Ansatzes überwinden, Anwendungsbreite und – tiefe des Ansatzes wesentlich verbessern und ganz neue Anwendungen ermöglichen.

Im beantragten Projekt manDAAD sollen folgende Ziele erreicht werden:
1. Ersetzung des Tablets durch den universeller nutzbaren Stabilo Digipen
2. Umstellung der Software auf eine einfach zu installierende App
3. Nutzung einer Gesundheitsakte, um z.B. Benchmarkings zu ermöglichen
4. Deep Learning Verfahren für die Erkennung von Symptomen einsetzen
5. Neurologische und psychiatrische Anwendungen ermöglichen

Projektlaufzeit

1.4.2018 - 31.3.2020

Projektleitung

Projektmitarbeiter/innen

Kooperationspartner

  • Alice Salomon Hochschule Berlin (ASH)
  • TEMBIT
  • STABILO International GmbH
  • AOK Nordost
  • Deutscher Verband der Ergotherapeuten DVE

Mittelgeber

Institut für Angewandte Forschung (IFAF) Berlin

Förderprogramme

IFAF Förderlinie 1 und 4

Homepage

http://www.ifaf-berlin.de/projekte/mandaad/