Energieautarke drahtlose Mikrosysteme für telemedizinische (HOME-CARE) Anwendungen (MIME)

Die deutsche Bevölkerung schrumpft und altert. Heute leben noch knapp 82 Millionen Menschen in Deutschland, im Jahr 2060 werden es nur noch 65 bis 70 Millionen sein, prognostiziert das Statistische Bundesamt in einem Bericht. Es wird aber nicht nur weniger Kinder, sondern immer mehr ältere Menschen geben, die zudem noch länger leben. Im Jahr 2060 wird bereits jeder Dritte (34 Prozent) mindestens 65 Lebensjahre gelebt haben und es werden doppelt so viele 70-Jährige leben. Die Alterung schlägt sich insbesondere in den Zahlen der Hochbetagten nieder. Nach den Bevölkerungsvorausberechnungen des Statistischen Bundesamtes wird in Deutschland die Zahl der Personen, die 80 Jahre oder älter sind, zwischen 2011 und 2050 von 4,3 Millionen auf 10,2 Millionen steigen. In fünfzig Jahren werden etwa 14 Prozent der Bevölkerung – das ist jeder Siebte – 80 Jahre oder älter sein. Und das hat große Auswirkungen auf die Pflegesituation in Deutschland. Eine Möglichkeit, dieser Herausforderung gerecht zu werden, ist die Entwicklung neuartiger intelligenter und vor allem energieautarker Überwachungssysteme für telemedizinische Anwendungen.

Das Verbundprojekt beschäftigte sich mit der Entwicklung, Fertigung und Systemintegration einer Familie von energieautarken Mikrosystemen, die ihre Energie aus der Umwelt, bevorzugt aus Bewegungsenergie, beziehen, und mit Hilfe eines neuartigen kapazitiven Bauelements in elektrische Energie wandeln und in einem miniaturisieren elektrochemischen Speicher sammeln.

Ziel dieses Verbundprojektes war es, ein autarkes Sensorsystem mit drahtlosem Signalausgang mit Energie zu versorgen. Das System sollte am Beispiel einer geeigneten Applikation demonstriert werden. Als Demonstrator diente ein Sensorsystem zur Zustandsüberwachung von Patienten. Solange sich der Patient im Krankenhaus befindet, steht er unter medizinischer Beobachtung. Zuhause übernimmt das sein Hausarzt. Dazu muss der Patient jedoch seinen Arzt aufsuchen. Bei manchen Indikationen ist es wünschenswert, wichtige Daten des Patienten täglich aufnehmen zu können, und das ohne einen zeit- und kostenintensiven Arzt- oder Krankenhausbesuch. Patienten werden mit tragbaren Geräten (z.B. als Armband oder als Schuheinlage) zur Messung von Vitaldaten ausgestattet (z. B. Gewicht, Blutdruck, Herzfrequenz), die in der Lage sind, diese Daten direkt zu einem medizinischen Betreuer zu übertragen. Das kann der Hausarzt sein, ein Facharzt oder auch ein telemedizinisches Zentrum. Bei lebensbedrohlichen Zuständen kann eine automatische Alarmierung des Arztes erfolgen, so dass unter Umständen lebensrettende Hilfe veranlasst werden kann.

Projektlaufzeit

1.7.2015 - 30.6.2017

Projektleitung

Projektmitarbeiter/innen

Kooperationspartner

  • Beuth Hochschule für Technik Berlin
  • ELDAT GmbH
  • Fraunhofer IZM

Mittelgeber

Institut für Angewandte Forschung (IFAF) Berlin

Förderprogramme

IFAF Förderlinien 1 und 4

Homepage

http://www.ifaf-berlin.de/projekte/mime/#c427