Konzeption und Entwicklung open-source basierender Anwendungen zur Erfassung umweltrelevanter Informationen via Mobile Computing als Datenquelle für Betriebliche Umweltinformationssysteme (MOEBIUS)

Bei der im Rahmen des Umweltmanagements bzw. Stoffstrommanagements notwendigen Analyse von Daten, die zur Aufdeckung von Schwachstellen bzw. zur Generierung und Planung von Maßnahmen im Rahmen des kontinuierlichen Verbesserungsprozesses notwendig sind, findet häufig ein sogenannter Medienbruch statt. Dies bedeutet, dass umweltrelevante Daten für die Durchführung des Stoffstrommanagements bzw. Umweltmanagements teilweise erst von Hnad auf nicht digitalen Medien (z.B. auf Papier) im Rahmen einer Produktionsbegehung erfasst werden, um dann anschließend in IT-Systeme übertragen werden zu müssen, damit diese Daten in sog. Betrieblichen Umweltinformationssystemen (BUIS) analysiert und für die Ableitung von betrieblichen Umweltschutzmaßnahmen genutzt werden können. Teilweise sind diese umweltrelevanten Informationen über Input- und Outputströme an einer Maschine insbesondere in KMUs noch nicht einmal bekannt bzw. es ist nur im Groben bekannt, welchen Weg einzelne Stoffströme in einem Betrieb durchlaufen (z.B. in einer Abfallbehandlungsanlage). Diese Problematik verschärft sich häufig noch, wenn man spezielle Stoffströme wie Wasser, Wasserdampf oder Energie betrachtet. Zu Erfassung dieser Ströme gibt es häufig Zähler, die aber manuell abgelesen werden müssen. Das regelmäßige Ablesen der Zählerstände wird meist noch per Zettel und Bleistift durchgeführt.
Mit dem Vorhaben sollen drei Hauptziele verfolgt werden:

a) Der Medienbruch zwischen nicht digitaler Erfassung und digitaler Weiterverarbeitung in BUIS soll vermieden werden, indem umweltrelevante Informationen direkt vor Ort mittels PDAs, Tablett-PC oder sogar mittels des Handys erfasst werden. Dabei soll schon bei der Eingabe eine Validitätsprüfung (z.B. Vergleich mit dem Zählerwert aus dem Vorjahr) durchgeführt werden, um den Erfasser in seiner Tätigkeit direkt zu unterstützen. Ferner sollen die Eingabeschritte möglichst minimiert werden, z.B. können ggf. mittels Barcodes die Informationen über Zähler (Standort, Nummer, Art etc.) eingescannt werden.
b) Mittels RFID-Technologie sollen die Wege des Stoffstroms ermittelt werden, indem z.B. RFID-Chips dem jeweils betrachteten Stoffstrom zugeführt werden, so dass sich der Weg des Stoffstroms ggf. recht automatisiert nachverfolgen lässt.
c) Die aus a) und b) gewonnen Daten sollen dann so aufbereitet werden, dass diese Informationen über standardisierte Schnittstellen im BUIS-Bereich (z.B. PAS 1025) problemlos in BUIS übertragen werden können. Zur Überprüfung der Güte und Validität der Daten sind entsprechende Programme zu schreiben, ebenso zur Synchronisation und zum Austausch mit den BUIS. Ferner sind auf der Basis des .NET Compact Frameworks für die mobilen Geräte Erfassungsprogramme zu schreiben. Die entwickelten Programme sollen quelloffen sein, um eine Weiterverbreitung zu gewährleisten.

Es ist somit insgesamt eine passende Konzeption inklusive der Entwicklung unterstützender Software aufzustellen, welche unterschiedliche Erfassungsmethoden mittels mobiler Geräte unterstützt, so dass Stoffstrominformationen ohne Medienbruch in BUIS weiterverarbeitet werden können. Dabei soll auch die Usability der verwendeten mobilen Geräte und der Software betrachtet werden.

Projektlaufzeit

1.6.2009 - 31.8.2012

Projektleitung

Projektmitarbeiter/innen

  • Peter Krehahn
  • Tobias Ziep

Kooperationspartner

  • EcoIntense GmbH
  • IfU Hamburg GmbH
  • Novapax Kunststofftechnik Steiner GmbH & Co. KG
  • FFK Environment GmbH
  • Siemens AG
  • Universtität Hamburg

Mittelgeber

Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

Förderprogramme

IngenieurNachwuchs 2009

Homepage

http://moebius.htw-berlin.de/